Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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436 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
einigermafsen wieder gutmachen zu können, dazu dient das
Mittel der Angleichung der Lehrpläne der verschiedenen Schulen
in den für die allgemeine Bildung grundlegenden Fächern, wovon
ich gleich noch sprechen werde. Als zum Besuche des Gym-
nasiums geeignet haben die begabten, talentvollen Schüler zu
gelten; die Absolvierung der Volks- und der Bürgerschule ist als
der, für den guten Durchschnitt passende Bildungsgang anzusehen,
während Volks- und Fortbildungsschule die Schulen für den Durch-
schnitt der Schüler schlechthin sein sollen. Nicht ganz intakte,
mehr oder weniger defekte Kinder sind stets, wie betont, beson-
deren Anstalten und zwar gleich von vornherein zuzuweisen. Die
Erziehungs - Hygieniker, welche bei Beginn des schulpflichtigen
Alters alle Zöglinge einer genauen Untersuchung zu unterwerfen
haben, bestimmen darüber. So werden allerdings die Schüler
durch die Schule mit niederer, mittlerer und höherer Bildung aus-
gerüstet und so auf die Ergreifung eines niederen, mittleren oder
höheren Berufes vorbereitet, aber einzig und allein auf Grund
ihrer Begabung, nicht mit Rücksicht auf Rang, Stand und Ver-
mögen der Eltern; somit ist von irgendwelcher Standeserziehung
gar keine Rede. — Die lange, die fünfjährige Dauer des Vorkurses
rechtfertigt sich durch die Erwägung, dafs durchschnittlich erst
vom zwölften Lebensjahre an die geistige Eigenart schärfer her-
vortritt und damit ein Urteil über die spätere Leistungsfähigkeit
eher möglich ist.
Die zweite Etage des Schulwesens machen die Volks-, die
Fortbildungs-, die Bürgerschule und das Gymnasium aus;
zusammenfassend kann man diese Schularten als Sekiindär-
schule bezeichnen. Der Kurs der Volks-, der Fortbildungs- und
der Bürgerschule umfafst je vier Jahre, der des Gymnasiums acht
Jahre. Die Volksschule bildet wieder den gemeinsamen Unterbau
sowohl für die Fortbildungsschule als auch für die Bürgerschule,
welche sich derart voneinander unterscheiden, dafs die letztere die
Elemente der Mathematik und eine fremde Sprache, Französisch
oder Englisch, lehrt, während die erstere gar nichts dergleichen in
ihren Lehrplan aufnimmt. Das Gymnasium hinwieder geht noch
über die Elemente der Mathematik hinaus und vermittelt ferner
die Kenntnis des Französischen, des Englischen und der Elemente
des Lateinischen, besonders sofern diese Elemente etymologisch von
Bedeutung sind. Die genauere Kenntnis des Lateinischen und
die Kenntnis des Griechischen bleiben dem gelehrten Studium des
Historikers und des Philologen auf der Universität, geradeso wie