Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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434 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
Vereinigungen sollen an sie angegliedert werden. Ihren
Leitern, deren allgemeine Bildung sie ja dazu vollkommen be-
fähigt, könnte die Veranstaltung litterarischer Zusammenkünfte
getrost überlassen werden, ebenso \yie ihnen diejenige gemein-
samer Wanderungen und Ausflüge der Heranwachsenden obliegen
würde. Diese Ausflüge haben ihren Zweck zum Teil in sich selbst,
indem sie eine tüchtige, gesunde Bewegung ermöglichen sollen,
verfolgen anderseits aber auch äufsere Zwecke, die Weckung
und Stärkung des Sinnes für das Naturschöne, die Besichtigung
gröfser industrieller Anlagen u. dgl. m., um die Jugend mit dem
Wirtschaftsleben durch eigene Anschauung bekannt zu machen.
Auch wären die Kindergärten für Kinder solcher Eltern,
welche in kleinen gartenlosen Mietswohnungen zu wohnen ge-
zwungen sind, oder die, ohne dafs ein genügender Grund vor-
läge, ihnen die Kinder ganz zu entziehen, nicht immer mit
ihnen sich abgeben können, mit den Erziehungshäusern zu ver-
binden, an denen ja doch verschiedenartige Teilerzieher an-
gestellt und beschäftigt sein müssen. Denn wenn man auch in
der häuslichen Erziehung auf eine Differenzierung der Erziehungs-
Thätigkeit im grofsen und ganzen verzichten mufs, so darf dies
doch nicht in den öffentlichen Erziehungsanstalten, an denen die
Eltern durch berufsmäfsige Erzieher ersetzt sind, geschehen. Mit
diesen Erziehungshäusern müfsten endlich auch gute Kinder-
Bibliotheken verbunden sein, welche nicht nur den Anstalts- '
Zöglingen, sondern ebenfalls den der Anstalt sonst noch zugeteilten
Kindern offenständen. Eine Verbindung der Kinder- mit den
grofsen Volksbibliotheken, wofür manche eintreten, halte ich nicht
für vorteilhaft; denn dadurch wird in der Volksbibliothek das
Ausleihegeschäft aufserordentlich erschwert und den Beamten der-
selben, die meistens schon ohnehin genug zu thun haben, die
weitere Pflicht aufgebürdet, sich eine genaue Bekanntschaft mit
der Jugendlitteratur zu erwerben. Aufserdem ist es jedenfalls für
die Kinder angenehmer und bequemer, ihre Privatlektüre da holen
zu können, wo sie ständig verkehren, wo sie vollkommen heimisch
und vertraut sind.
Was nun endlich noch die Organisation des Unter-
richtswesens betrifft, so ist darüber Folgendes zu sagen. Die
nationalkiilturelle Schule baut sich in drei Etagen auf, indem
sie sich gliedert in die Primär-, die Sekundär- und die
Tertiärschule. Die Primärschule, welche die ersten fünf
Schuljahre umfafst und also vom Zöglinge von seinem siebenten