Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 48. Die Organisation der öffentlichen Erziehung. 431
Bedeutung dieser Einrichtung, mit Hilfe der Presse und durch
Privatgespräche, die .sie mit ihnen bei häufigen Besuchen darüber
führen. Zudem werden ja die Eltern der Zukunft auch ihrerseits
durch die ihnen zuteilgewordene pädagogische Ausbildung ganz
anders darüber denken, als dies jetzt bei der Mehrzahl, die wie
in jeder so ebenfalls in dieser Beziehung stumpf und dumpf in
den Tag hineinlebt, der Fall ist. Es wäre sehr dringend zu wünschen,
dafs schon das neue Jahrhundert den so nötigen pädagogischen
Aufschwung mit sich brächte; dals es die Jahrhunderte der Er-
ziehung eröffnete. Alles zu Hoffende ist ja Erziehung; möchte
daher die Zeit bald kommen, da es gar keinen anderen Gedanken
mehr giebt als Erziehung! Die Elternabende, als ständige Ein-
richtung, welche zur Aussprache zwischen den natürlichen und
den berufsmäfsigen Erziehern regelmäfsig Gelegenheit geben, er-
möglichen somit den Eltern eine Teilnahme an der öffentlichen
Erziehung, welche vollkommen genügt; alle darüber hinausgehenden
Forderungen, so gut sie auch gemeint sein mögen, sind abzu-
weisen: in der Erziehung mufs endhch einmal das naturalistisch-
dilettantische Daraufloswirtschaften aufhören und die ernste wissen-
schaftlich wohl begründete Erwägung mafsgebend werden. Eltern-
Wünsche und -Vorschläge können wohl angehört, erwogen, dis-
kutiert und, sofern sie sich als nützlich und brauchbar erweisen,
berücksichtigt werden; aber den Eltern ein ganz offizielles Be-
stimmungsrecht bezüglich der öffenthchen Erziehung einräumen, das
hiefse im grofsen und ganzen, die Pädagogik subjektiven Einfällen
aushefern. Freihch wird diese Gefahr nicht mehr so grofs sein, wie
jetzt, wenn in Zukunft alle Menschen mit pädagogischen Kennt-
nissen obligatorisch ausgerüstet werden; aber ganz beseitigt kann
sie doch niemals werden. Zudem ist zu bedenken, dafs bei den
pädagogischen Belehrungen, welche jedermann geboten werden
sollen, und bei den praktisch-pädagogischen Übungen der jungen
Mädchen nur die häusliche Erziehung in Betracht kommt, nicht
aber die öffentliche, am wenigsten die Schulerziehung.
§ 49.
Was nun die äufsere Gestaltung, den organisatorischen
Aufbau des gesamten öffentlichen Erziehungswesens selbst an-
langt, so ist Folgendes zu sagen. In erster Linie sind die Ein-
richtungen in Betracht zu ziehen, welche zu treffen sind, damit
elternlosen und solchen Kindern, deren Verbleiben in der elter-
lichen Familie eine Gefahr für sie selbst und für die Gesellschaft