Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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386 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
möglich ist, bemerke ich endlich noch dies, dafs es mir angebracht
zu sein scheint, wenn derselbe, also der Gesang-, der Zeichen- und
der Modellierunterricht, ebenfalls, ähnlich wie der gymnastische
und der Handfertigkeitsunterricht und aus denselben Gründen,
die bei diesen geltend gemacht wurden, aus dem Schulunterrichte
herausgelöst und besonders, von besonders dazu vorgebil-
deten Lehrern erteilt wird. Wie die Erziehungs - Hygieniker,
wie die Lehrer der Gymnastik und des Handfertigkeitsunterrichtes
müssen natürlich auch die Lehrer für Musik, für Zeichnen und
Modellieren die nämliche allgemein-wissenschaftliche und allgemein-
pädagogische Bildung auf Gymnasium und Universität sich er-
werben und erst danach für ihr Sonderfach sich vorbereiten. Das-
selbe gilt auch bezüglich der Spielerzieher; auch sie müssen neben
ihrer allgemeinen noch eine besondere Ausbildung sich verschaffen.
Einzelne Lehrkurse zur Ausbildung in Volks- und Jugendspielen
giebt es bereits, z. B. in Bonn, Braunschweig, Frankfurt a. M.,
Posen, Hadersleben, Stolp, Krefeld, die seit ihrem Bestehen, seit
dem Jahre 1890, 3736 Lehrer und 1956 Lehrerinnen ausgebildet
haben. Die Schüler, welche an dem besonderen Kunstunterrichte teil-
nehmen, werden den verschiedensten Schulen entnommen und ganz
ohne Rücksicht auf diese zusammengeführt; ihre Gruppierung hängt
einzig und allein von ihrer gröfseren oder geringeren künstlerischen
Begabung ab. In Verbindung mit diesem Kunstunterrichte sind,
wo sich die Gelegenheit bietet, gemeinsame Besuche von Kunst-
sammlungen und von Konzerten und Opern einzuführen. Jeden-
falls mufs auch stets das, was ein Ort oder seine nähere Umgebung
an Kunstdenkmälern alter und neuer Zeit aufzuweisen hat, berück-
sichtigt, aufgesucht und besichtigt werden. — Endlich zum Schlufs
sei darauf noch ganz kurz hingewiesen, dafs der ästhetische Sinn
der Heranwachsenden auch dadurch gebildet werden mufs, dafs
die Räume der öffentlichen Erziehung schönen Wand-, besonders
schönen Bilderschmuck bieten, überhaupt einen schönen Eindruck
hervorzubringen geeignet sind. Im kleinen und kleinsten ist zur
Erreichung jenes Zweckes, Entwickelung des Schönheitssinnes der
Kinder, darauf zu achten, dafs dieselben z. B. ihre Butterbrot-
papiere nicht auf dem Schulhofe oder dem Spielplatze herum-
werfen, nicht Wände und Bänke bekritzeln und beschmieren
u. dgl. m.