Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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380 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
bar die geselligen Übungsspiele im Freien, z.B. das Ball-
spiel. Daneben kommen als gleichwertig in Betracht die Spiele,
welche vornehmlich geistige Kräfte anregen, wie Rätsel-, Frage-
und Antwortspiele. Am wenigsten Wert haben die Glücks-
spiele. Auch was die Abschätzung der Spielzeuge betrifft,
gilt dasselbe: die Spielzeuge haben in dem Mafse Wert, als sie
freie Thätigkeit möglich machen, wie ich schon einmal zu betonen
Gelegenheit hatte. Man kann geradezu sagen, dafs diejenigen
Spielzeuge die besten sind, welche gar nichts kosten, welche also
von den Kindern selbst hergestellt werden, und dafs ein Spielzeug
um so wertloser ist, je teurer es ist.
Fragen wir nach dem Verhalten der Pädagogik gegen-
über dem Spiel, so finden wir, dafs dieselbe noch gar nicht sehr
lange für dessen Bedeutung offene Augen hat, wenn wir vom Alter-
tum absehen. Oft hat sich dieselbe geradezu ablehnend gegen das
Spiel verhalten. Namentlich die alten Lateinschulen verfolgten
es direkt; jede Schulordnung aus dem 16. und 17. Jahrhundert
enthält einen Paragraphen, welche der Jugend das Spiel, zum
mindesten das freie Bewegungsspiel, verbietet. Auch der Pie-
tismus und der Rationalismus des 17. und 18. Jahrhunderts
sehen das Spiel noch mit scheelen Augen an; jener, weil er das
Spiel nicht für sittsam hält — dieser, weil es nicht nützlich sei.
In der Schulordnung des Franckeschen Waisenhauses wurde dem
Spiel auf jede nur mögliche Weise der Krieg gemacht. Erst in
der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts beginnt eine neue
Epoche. Und wieder sind es die Philanthropisten, denen wir
auch hierin eine Wendung zum Besseren zu verdanken haben.
Dieselben begünstigten das Spiel auf jede Weise: der Philanthropist
Guts-Muths schrieb das erste Spielbuch, bestimmt für Erzieher,
das auch eine grofse Zahl von historischen und geographischen
Notizen enthält. Seitdem ist man eifrig bemüht, allenthalben
Spielplätze der Jugend zu verschaffen, namentlich in neuerer und
neuester Zeit, da sich die Regierungen der Sache angenommen
haben, bezw. anzunehmen beginnen. Sehr viel haben dazu die
Bestrebungen Fröbels beigetragen, mit so wenig günstigen
Augen dieselben auch anfänglich gerade von dieser Seite betrachtet
worden sind. Der Hauptsache nach handelt es sich jedoch noch
immer dabei um private Veranstaltungen. Dafs aber die Jugendspiel-
bewegung in Deutschland namentlich im letzten Jahrzehnt wirklich
grofse Fortschritte gemacht hat, dafür bietet das kürzlich erschienene
IX. Jahrbuch für Volks- und Jugendspiele den zahlenmäfsigen