Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 44. Das Spiel. 379
Gewöhnung, unterstützend die Übung; die Belehrung
vertritt das ordnende. Norm gebende und Ziel setzende
Prinzip.
Das Spiel.
S 44.
Das Spiel ist eine Art der Thätigkeit, deren andere die
Arbeit ist. Spiel ist freie Thätigkeit, Arbeit ist Thätigkeit,
die gerichtet ist auf einen äufseren Zweck, ein äufseres Ziel. Beim
Spiel wird die Thätigkeit gewissermafsen als Selbstzweck geübt.
Der Wert des Spiels für die jugendliche Entwickelung besteht in
Folgendem. I. Das Spiel gewährt schöne Freude. Diese ist aber
nicht nur um ihrer selbst willen von Bedeutung, sondern sie ist
als ein wichtiges Förderungsmittel des geistig-leiblichen Gedeihens
aufzufassen. Freude und Ergötzung sind der Jugend nicht minder
nötig als Speise und Trank. Mifsmut verengt die Empfindung.
Die Freude verhält sich zu anderen Gütern wie Metall- zu Papier-
geld. Darum pflege man das Spiel neben der Arbeit, um die
daraus resultierende Lebensfreude, die eine Erhöhung der ganzen
leiblich - geistigen Persönlichkeit bedeutet, der Jugend zugute
kommen zu lassen. 2. Das Spiel bildet alle Kräfte des
Leibes und des Geistes; die normale Entwickelung des
Kindes ist ohne diese Bewegkraft gar nicht denkbar. 3. Das
Spiel als Gemeinschafts-Spiel bringt auch die geselligen
Tugenden zur Entfaltung. Im Spiel lernt sich das Kind
leicht und gern einer Regel fügen; wer am Spiel sich beteiligt,
der mufs sich den Spielgesetzen unterordnen; der mufs den
Wünschen der anderen, der Spielgefährten, auch Gerechtigkeit
widerfahren lassen; der darf nicht blofs sich und sein Begehren
durchsetzen — kurz: der mufs sich „zusammennehmen", sich be-
herrschen und mäfsigen. Die Spielvereinigung hat die Aufgabe,
das Gemeinschafts - Spiel zu pflegen unter der Leitung der Spiel-
erzieher, bald als Bewegungsspiel im Freien, bald als Phantasie-
spiel im geschlossenen Räume. Die Spielteilnehmer rekrutieren
sich selbstverständlich aus allen Schülerklassen und gruppieren
sich je nach Alter und Neigung, nicht aber nach ihrer Zugehörig-
keit zu dieser oder jener Schule.
Will man den Wert einzelner Spielarten bestimmen und
messen, so ist zu sagen: ein Spiel ist um so mehr wert, je mehr
Kräfte dabei in freie Thätigkeit kommen. Obenan stehen ofi"en-