Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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376 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
tenden Gegenstand in entsprechende Nähe des Auges zu bringen,
denselben ihm nicht zu sehr zu nähern, aber auch nicht zu weit
entfernt von ihm zu halten. Wird ein Gegenstand dem Auge
allzu nahe gebracht, so fallen ja die Konvergenzpunkte der ge-
brochenen Strahlen nicht auf, sondern hinter die Netzhaut, indem
das Auge bei der gröfsten Anstrengung nicht mehr imstande ist,
durch Zusammenziehung der Pupille der vorderen Krystalllinse
eine so starke Krümmung zu erteilen, dafs das Bild auf die Netz-
haut fällt. Bei zu gröfser Entfernung des Gegenstandes vom
Auge wird der Gesichtswinkel und damit das Bild des Gegen-
standes auf der Netzhaut zu klein, der Gegenstand somit undeut-
lich wahrgenommen. Die deutliche Sehweite für ein normales
Auge beträgt circa 20—25 cm: in dieser Entfernung die Gegen-
stände zu betrachten, mufs das normalsichtige Kind geübt werden,
indem man ihm sagt und es dazu anhält, bewegliche, nicht zu
schwere Gegenstände, die betrachtet werden sollen, in die Hand
zu nehmen und dann mit lose am Körper anliegendem Ober- und
sanft nach innen gebogenem Unterarme dem Auge zu nähern. Auf
diese Weise wird die deutliche Sehweite ungefähr hergestellt. Vor-
und Mitthun seitens des Erziehers ist dabei selbstverständlich.
Solche Übungen der Sinnesorgane an und für sich und im
richtigen Gebrauche derselben sind von gröfser Wichtigkeit auch
für die übrigen intellektuellen Vermögen; es werden dadurch eben-
falls das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit geübt, letztere durch
die beständig auf diese Weise geübte Innervation der sogen. In-
tentionsmuskeln. Und das Denken profitiert davon, indem ja zu
bedenken ist, dafs einerseits die komplexesten, abstraktesten Be-
griffe sich auf den einfachen Sinnesempfindungen aufbauen, und
dafs anderseits die Schärfe jener durch diejenige dieser unbedingt,
wenngleich auf komplizierten Wegen, beeinflulst wird. Zu diesem
Zwecke, d. h. behufs Übung der intellektuellen Vermögen, sind
endlich auch eigens anzustellende Assoziations-Übungen von-
nöten. Die Übung in der präzisen sinnlichen Anschauung dient
als Vorübung dazu; diese beschafft das Rohmaterial für jene.
Wird nämlich bei der Übung in der sinnlichen Anschauung das
Kind veranlafst, alle einen Gegenstand charakterisierenden Eigen-
schaften herauszufinden, wodurch es ein Bild desselben gewinnt,
das ein assoziativer Komplex seiner Eigentümlichkeiten ist, so hat
die Assoziations-Übung die Aufgabe, durch häufig wiederholte
Reproduktionen dieser Eigenschaften den Assoziations-Zusammen-
hang immer mehr zu befestigen: auf diese Weise wird der unter-