Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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374 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
man muls es beim Essen auch immer und immer wieder fragen: wie
schmeckt dies, und wie schmeckt jenes? Nach einer derartigen
gründlichen konkreten Einübung der Empfindungs-Qualitäten em-
pfiehlt es sich schliefslich auch abstrakte Übungen anzustellen,
indem man häufig Fragen an das Kind richtet wie die: wie schmeckt
ein Bonbon, ein Apfel u. dgl. m.? — Sehr wichtig sind ebenfalls,
um das noch kurz zu erwähnen, Augenmafs-, Lokalisations-
und Zeitsinns-Übungen. Das Kind mufs darin geübt werden,
die Länge eines Zimmers, die Breite einer Strafse richtig zu
schätzen und zwar ganz einfach nach seinen eigenen Schritten.
Man fragt das Kind: wie lang, denkst du, ist dieses Zimmer? und
läfst es sich dann selbst davon überzeugen, ob es richtig oder
falsch geschätzt hat, indem es mit seinen gewöhnlichen Schritten
von einem Ende desselben bis zum anderen gehen mufs: selbst-
verständlich mufs das Kind dabei bereits etwas zählen können, was
es ja an seinen Fingern und mannigfachen Gegenständen schon
frühzeitig lernt. Lokalisationsübungen sind hauptsächlich auf dem
Gebiete des Gehörssinnes anzustellen, da wir hier nur unsicher und
mangelhaft zu lokalisieren vermögen, wenn uns die Übung fehlt.
Zu diesem Zwecke mufs man das Kind veranlassen, bei Geräuschen
und Klängen, die es vernimmt, sich immer über die Richtung der
Schallquelle klar zu werden, nicht nur auf den Schall als Schall,
sondern eben auch darauf zu achten, woher er kommt. Des-
gleichen sind kleine Versuche anzustellen, indem man das Kind
mit geschlossenen Augen die Richtung eines Schalles, den man
künstlich bald da bald dort in der Nähe des Kindes erzeugt, be-
urteilen und bestimmen läfst. Der Zeitsinn, um diesen Ausdruck
beizubehalten, obwohl er ebenso mifsverständlich ist, als wenn man
von Orts- oder Raumsinn spricht, da es weder einen besonderen
Raum- noch einen besonderen Zeitsinn giebt, beruht auf der Fähig-
keit exakter Intervall-Unterscheidung, auf der temporalen Unter-
schiedsempfindlichkeit. Dieselbe ist am feinsten auf dem Gebiete
des Gehörssinnes; deshalb ist dieser zur Vornahme von Zeitsinns-
übungen am besten geeignet. In Betracht kommen drei Arten
von Intervallen, kleine bis 0,5, mittlere von 0,5 bis 3 und grofse
über 3 Sekunden. Bei den mittleren findet eine Vergleichung der
Zeitstrecken statt, bei den kleinen hingegen eine solche der Ge-
schwindigkeit der Succession je zweier Eindrücke, und bei den
grofsen ist beides unmöglich, so dafs eine mittelbare Zeitschätzung,
etwa mit Hilfe einer behebigen Ausfüllung der ablaufenden Zeit-
strecke durch Atmungsperioden u. dgl. m., hier eintritt. Für die