Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 43. Die Übung. 373
Geräusch in seine Bestandteile zu zerlegen. Das geschieht z. B.
dadurch, dals der Erzieher das Kind anhält, auf den Strafsenlärm
zu achten, indem er es häufig auffordert, ihm zu sagen, welche
einzelnen Geräusche es darin unterscheidet. Endlich sind auch
Empfindungsübungen anzustellen, welche den Zweck haben, das
Kind in der Unterscheidung verschiedener Empfindungsqualitäten
zu üben. Wie es in der Helligkeits- und Tonstärke-, so mufs es
ebenfalls in der Farben- und Tonhöheunterscheidung geübt werden.
Ferner mufs es lernen, was nur durch beständige Übung möglich
ist, die verschiedenen Geschmacks- und Geruchs-, Tast- und Tem-
peratur-Qualitäten genau auseinander zu halten; diese Übungen
müssen auch später im Schulunterrichte fortgesetzt werden, wozu
namentlich der naturkundliche Unterricht, sowohl der heimatliche
der ersten als auch der allgemeine der folgenden Schuljahre, die
beste und reichlichste Gelegenheit bietet.
Bei diesen Empfindungsübungen ist in der Weise zu ver-
fahren, dafs man das Kind zunächst einmal die Haupt- oder reinen
Qualitäten kennen und unterscheiden lehrt, indem man sie durch
häufige Wiederholung der betreffenden Empfindungsreize zum festen
Besitztume macht: etwa die Geschmacks-Qualitäten sauer, bitter
und süfs. Gelegenheit dazu hat man ja in diesem Falle täglich
bei den Mahlzeiten: hier lernt das Kind, dals Zucker süfs, Essig
sauer, Mandel (bittere) bitter schmeckt. Alsdann kommen die
Neben- oder unreinen Qualitäten an die Reihe, salzig und alka-
lisch, an denen auch der Tastsinn Anteil hat, wie sich daraus
ergiebt, dafs Stoffe, von denen wir sagen, sie schmecken salzig,
oder sie schmecken alkalisch, auf den geschmacksunempfindlichen
Teilen der Zunge ebenfalls Empfindungen auslösen. Den salzigen
Geschmack lernt das Kind auch beim Essen, am Salz natürlich,
kennen; mit dem alkalischen kann es beim Waschen bekannt ge-
macht werden. Endlich sind die zahlreichen sonstigen unreinen
Geschmacks-Qualitäten, welche auf Komplikationen des Geschmacks-,
Geruchs-, Temperatur- und Tastsinnes beruhen, wie das Beifsende
der Gewürze, das Ölige, das Breiige, das Pulverige (Komplikationen
von Geschmacks- und Tastsinn), das Kühlende und Brennende
(Komplikationen von Geschmacks- und Temperatursinn), das Aro-
matische (Komplikation von Geschmacks- und Geruchssinn), zu be-
rücksichtigen nebst den mannigfachen Nüancierungen der reinen
Qualitäten und deren Mischformen: süfslich, bitterlich, säuerlich,
bitter-süfs, süfs-sauer u. a. m. Natürlich darf dem Kinde nicht nur
gesagt werden: das schmeckt bitter, und das schmeckt süfs; sondern