Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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372 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
Auf solche Weise ist auch Gelegenheit geboten, Aufmerk-
samkeit und Gedächtnis der Kinder zu üben, zu welchem
Zwecke es sich ferner empfiehlt, sie kleine Verschen auswendig
lernen zu lassen. Desgleichen mufs man die Kinder anhalten, über
alles, was sie hören und sehen, Bericht zu erstatten, indem man
sie nach Spaziergängen, nach Ausflügen, nach Besuchen bei Spiel-
kameraden auffordert, über die Eindrücke, die sie gehabt haben,
sich auszusprechen, indem man sie fragt, wie ihnen dies oder jenes
gefallen hat, indem man sie bittet, den einen oder den anderen
Gegenstand ihrer Wahrnehmung zu beschreiben. An solche Fragen
ihrer Erzieher gewöhnte Zöglinge profitieren davon rücksichtlich
der Übung ihrer sinnlichen Anschauung, indem sie, um stets
Rede und Antwort stehen zu können, sich daran gewöhnen müssen,
sorgfältig zu beobachten. Für die Übung der sinnlichen An-
schauung leisten selbstverständlich auch gute Bilderbücher
treffliche Dienste.
Die Übung der sinnlichen Anschauung ist natürlich gleich-
zeitig Übung der Sinne selbst, der Sinne als solcher; wie um-
gekehrt diese Übung der Sinne an und für sich, welche eben-
falls nicht vernachlässigt werden darf, auch wieder der sinnlichen
Anschauung zugute kommt. Mannigfache Gelegenheit zu einer
solchen Übung der Sinne und zu ihrem richtigen Gebrauche
bietet das Spiel im Freien wie im Zimmer; man denke z. B. an
das beliebte Spiel, mit verbundenen Augen einen Gegenstand mit
einem Stabe zu betasten, um ihn auf diese Weise zu erraten und
vor allem näher zu bestimmen und zu beschreiben. Also auch
hier wieder handelt es sich um eine Wechselwirkung zwischen
verschiedenen Erziehungsfunktionen. Wie der Unterricht der Übung
bedarf und zugleich ihr seinerseits Vorschub leistet, so geht es
auch beim Spiel (man nehme einmal das Ballspiel an) nicht ohne
Übung ab, während es gleichzeitig derselben die trefflichsten Dienste
leistet. — Aufser der mittelbaren Übung der Sinne und ihres
richtigen Gebrauches kommt aber noch die unmittelbare in Betracht
und zwar im weitesten Umfange, bezüglich sämtlicher Sinne. Vor-
zugsweise handelt es sich hierbei darum, das Kind darin zu üben,
Empfindungen von verschiedener Intensität, aber gleicher Qualität
voneinander unterscheiden zu können, also, kurz gesagt: seine
Unterschiedsempfindlichkeit auszubilden. Aufserdem ist aber auch
das Kind darin zu üben, verschiedenartige Eindrücke, die es gleich-
zeitig empfängt, auseinander halten zu können. So mufs es durch
allmähliche Übung in den Stand gesetzt werden, ein kompliziertes