Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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370 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
werden sollen; sie ist also selbstthätiges „Sichüben". Aber dazu
bedarf es der Anleitung und des Vorth uns, weiterhin auch
der Anspornung seitens des Erziehers: derselbe mufs dem Zögling
zeigen, wie er sich zu üben hat, und er mufs ihn dazu anhalten,
die jeweils in Betracht kommende Funktion fort und fort auszu-
führen, in stetig lückenlosem Fortschritte vom Einfacheren zum
Zusammengesetzteren, vom Leichteren zum Schwereren und mit
den erforderlichen Ruhepausen. Unter Umständen müssen der
eigentlichen Übung auch Vorübungen vorangehen. Jedenfalls sind
die Kräfte des Zöglings dabei aufs sorgfältigste zu berücksichtigen,
da sonst Entmutigung eintritt, beiden Teilen, dem Erzieher wie
dem Zögling, die Sache verleidet wird und nur Mifserfolge sich
ergeben. Für die häusliche Übung ist selbstverständlich, dafs
dieselbe im grofsen und ganzen den Charakter des Gelegent-
lichen an sich trägt, indem sie sich hier zumeist nach dem un-
mittelbaren, gerade vorliegenden Bedürfnisse zu richten hat. In
der öffentlichen Erziehung, besonders auch in der Schule, verliert
dagegen die Übung den Charakter des Gelegentlichen und wird
ganz und gar zur systematisch betriebenen Übung, neben
der freilich die gelegentliche nicht völlig entbehrt werden kann,
ebensowenig wie die gelegentliche Belehrung neben und aufser der
systematischen.
Das Ziel der Übung der Bewegungsorgane besteht
darin, den Zögling dahin zu führen, dafs seine Bewegungen kräf-
tig und fest, leicht und schnell und präzis erfolgen, wobei
unter präzisen Bewegungen wohl - koordinierte und zweckent-
sprechende zu verstehen sind. Ein ganz besonderes Gewicht mufs
dabei auf die Übung der Bewegungen der Hände gelegt wer-
den zwecks Erreichung manueller Geschicklichkeit, die für
das praktische Leben ja in vielen Beziehungen so aufserordentlich
wichtig ist. Im Hinblick darauf sind der Handfertigkeits-, Zei-
chen-, Modellier- und Schreib - Unterricht von grofser Bedeutung.
Wie die Übung einerseits im Dienste dieser Unterrichts-Zweige
steht, sofern nur mit ihrer Hilfe darin Tüchtiges geleistet, Fertig-
keit erzielt werden kann; so stehen sie anderseits auch im Dienste
der auf Hand-Geschickhchkeit ausgehenden Übung, indem sie reich-
lich Gelegenheit geben, die Hand-Muskulatur zu üben und ge-
schmeidig zu machen. Beachtenswert ist ferner die Übung der
Sprachorgane, welche als absichtliche Sprechübung neben der
unwillkürlichen, auf dem so stark entwickelten Nachahmungstriebe
des Kindes beruhenden nicht gänzlich unterbleiben darf, und bei der