Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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366 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
übliche Schlachtfeld-Held ist nur ein Held von untergeordneter
Art, der keinesfalls die Beachtung verdient, welche ihm noch immer,
auf höheren Befehl, zu teil wird: der Mut, der ihn auszeichnet,
ist der Mut, den auch, mit Schiller zu reden, der Mameluck hat,
der brutale Mut. Wir schätzen aber heutzutage als wahren Helden
nur noch denjenigen, der den Mut der Überzeugung hat. In dieser
Hinsicht wäre das Richtige „ein fortschreitender Kanon des Vor-
bildlichen für jüngere, junge und ältere Menschen," wie Nietzsche
einmal sich ausdrückt.
Die gelegentliche Belehrung mufs anknüpfen vor allem
an die Fragen der Kinder, jedoch auch da auftreten, wo der Zög-
ling achtlos an Gegenständen von Interesse vorübergeht. Sie hat
sich auf alles zu erstrecken, das zu kennen, um das zu wissen,
wichtig und von Bedeutung in Natur- und Menschenleben ist.
Sie ist auch nicht etwa nur im vorschulpflichtigen Alter am Platze,
sondern muls während der ganzen Erziehung wirksam bleiben.
Auch moralische gelegentliche Belehrungen sind nicht ganz
zu entbehren. Freilich hat die Zucht die Aufgabe, den Zögling
gewohnheitsmäfsig sittlich handeln zu machen, weil nur dann die
Gesellschaft bestimmt auf ihn als auf ein zuverlässiges Glied rech-
nen und er selbst nur so seiner stets sicher sein kann. Aber
wenn ihm da manches geboten und anderes verboten wird; wenn
er das eine Mal gelobt und das andere Mal getadelt wird, so ver-
langt er doch allmählich auch zu wissen, warum er jenes thun
und dieses unterlassen soll; warum er eigentlich Lohn und Strafe
empfängt. Kurz: es ist ihm früher oder später darum zu thun,
das Ziel des von ihm geforderten sittlichen Verhaltens zu er-
fahren. Zudem ist in Konfliktsfällen die Kenntnis des Zweckes
sittlichen Handelns unentbehrlich, da es ja bei Konflikten darauf
ankommt, einen niederen einem höheren Zwecke unterzuordnen,
unter Umständen ganz aufzuopfern. Auch ist zu bedenken, dafs
ein solches Thun stets einen Stachel in der Seele des Menschen
zurückläfst, je nach der Schwere des Konfliktes ein grösseres oder
geringeres Unbehagen zur Folge hat: darüber kommt man nach
gethaner That nur durch die Einsicht in das, was die Sittengebote
und -verböte bezwecken, hinweg. Freilich, das ist ganz unzweifel-
haft, dafs beim Konflikte selbst das Ausschlag Gebende die Triebe
und Gefühle sind; dafs es somit vor allem darauf ankommt, durch
Gewöhnung das Triebleben zu bändigen und zu zügeln, gewohn-
heitsmäfsig Unterordnung der egoistischen unter die sozialen Triebe
und Gefühle herbeizuführen. — Wenn in dem bekannten, zur Ver-