Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 40. Pflege und gelegentliche Belehrung. 363
von ihm fernzuhalten suchen mufs. Ein solches psychisches Trauma
wirkt ja sehr verschieden je nach der Art der vorhandenen Disposition,
nach der Plötzlichkeit und nach der Intensität der Einwirkung.
Aber sicher ist es immer von üblen Folgen begleitet, die nur
mehr oder weniger schwerwiegend sind. Diese Traumen hinter-
lassen immer mehr oder weniger tiefe Spuren, gehen kaum jemals
ganz spurlos vorüber. Schreck, Furcht und Angst versetzen das
Kind in einen erregten, psychisch abnormen Zustand, machen es
nervös und können unter Umständen zu Hysterie führen.
Zur geistigen Pflege gehört auch, dafs man den Umgang
des Zöglings mit gleichalterigen Genossen und seine Privat-
lektüre sorgfaltigst regelt und überwacht. Ich werde auf diesen
Punkt bei der Zucht nochmals zu sprechen kommen; doch handelt
es sich da um einen ganz bestimmten Gesichtspunkt, während ich
hier im allgemeinen davon sprechen möchte. Kameraden wähle
man nur nach reiflicher Prüfung und längerer genauer Beobach-
tung zum näheren Verkehr aus. Bei der Wahl der Lektüre ver-
lasse man sich nicht auf Zeitungs-Anpreisungen, sondern beachte
die Winke der ernsten, auf die Jugendlitteratur sich beziehenden
Kritik, wie sie die u g en d schr ifte n-Warte" in treff-
licher Weise vertritt, und aufserdem lese man selbst vorher jedes
Buch durch, ehe man es dem Kinde in die Hände giebt. Ganz
besonders vorsichtig sei man mit Witzblättern, auf die bekanntlich
die Kinder sich mit gröfser Vorliebe ,stürzen", wo sie ihnen in
den Weg kommen. Dafs obscöne Blätter dieser Art durchaus fern-
gehalten werden müssen, das ist selbstverständlich. Aber auch die
so verbreiteten und eigentlich für ganz harmlos und unschuldig
geltenden „Fliegenden Blätter" sind keine Lektüre für Kinder.
Meiner Ansicht nach müfsten moderne Menschen sich überhaupt
schämen, solche Dinge, wie diese Zeitschrift sie dem Publikum
auftischt, zu lesen; denn abgesehen von einigen guten ernsten
Sachen bringen die „Fliegenden Blätter" die albernsten und ab-
gedroschensten Trivialitäten und Banalitäten jahraus und jahrein.
Für Kinder sind die übhchen „Fhegenden Blätter "-Witze aber
geradezu Gift; ich behaupte z. B. kühnlich, dafs sie die Achtung
des Kindes vor der Mutter, überhaupt vor der Frau untergraben:
sie suggerieren ihm eine verächtliche Meinung bezüglich des
Weibes. Wenn der Knabe da immer und immer wieder liest,
dafs die Frauen ihre Gedanken, ihr ganzes Sinnen und Trachten
nur auf Toiletten richten; dafs sie Krämpfe und Ohnmächten be-
kommen oder heucheln, wenn ihnen der Gatte die Anschaffung