Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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356 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
selben keineswegs so enge Grenzen gezogen werden dürfen, wie
dies heutzutage bei dem in unseren Schulen üblichen Turnunter-
richte der Fall ist. Derselbe mufs vielmehr so erweitert werden,
dafs es sich dabei nicht blofs um Frei- und Gerätübungen handelt;
sondern es gilt, die alte Gymnastik, natürlich mit zeit-
gemäfsen Modifikationen, wieder einzuführen. Auch müfste
die Schwimmkunst dabei berücksichtigt werden, wie dies seit
kurzem in Hamburg geschieht, wo man das Schwimmen als ein
Turnen im Wasser betrachtet und daher den Schwimmunterricht,
als fakultatives Fach in die Volksschule eingeführt, in die Turn-
stunden legt. Von den im Schwimmen unterwiesenen Knaben
lernten im Schuljahr 1898/1899 87 o/«, im Schuljahr 1899/1900
91 o/o diese Kunst. Desgleichen sollte im gymnastischen Unter-
richte wiederum gebührend auf die spätere Wehrhaftmachung
der männlichen Jugend Rücksicht genommen werden, was auch
Lorenz in seiner Schrift „Wehrkraft und Jugenderziehung" be-
fürwortet. Wenn wir das militärische Leben unserer Zeit ins
Auge fassen mit seiner Anspannung aller Kräfte im Kriegs-
dienste im Frieden, seiner schweren Hemmung der wirtschaftlichen
Leistungen durch die mehrjährige LTnterbrechung, eine Erwägung,
welche ja schon zur Herabminderung der früher üblichen Dienst-
zeit geführt hat, zu einer Herabminderung, die aber ohne Zweifel
auch nicht auf die Dauer genügen wird — wenn wir alles dessen
eingedenk sind und ferner noch der ungeheuren Steuerlast, die es
im Gefolge hat, so müssen wir wohl sagen, dafs es ganz am
Platz wäre, einen Teil der kriegerischen Ausbildung in die früheren
Lebensjahre zu verlegen, eben den gymnastischen Unterricht auch
in dieser Hinsicht entsprechend umzugestalten, wenigstens auf
solange hinaus, bis einst der schöne Traum vom ewigen Frieden
Wirklichkeit geworden ist.
Endlich möchte ich darauf noch hinweisen, dafs es em-
pfehlenswert erscheint, den gymnastischen Unterricht in enge
Fühlung mit denjenigen öffentlichen Veranstaltungen zu bringen,
welche darauf abzielen, der heranwachsenden Jugend Gelegenheit
zu planvoll und systematisch geregelten Bewegungsspielen zu
geben, woran dann weiterhin sich leicht ein öffentliches Festleben
anschliefsen läfst, an dem alle Glieder des Volkes sich beteiligen
können und sollen. Dals man dergleichen vielfach bereits plant,
ist bekannt: es ist der Abgeordnete von Schenckendorff,
welcher hierbei rühmlichst zu nennen ist. Von Zeit zu Zeit
müfsten grofse allgemeine Volksfeste veranstaltet werden, welche