Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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352 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
einen Fall oft Zerreifsungen des Trommelfells zur Folge. Das ist
ja nun allerdings an und für sich nicht besonders schlimm; denn
es wird dadurch keine merkbare Verminderung der Hörföhigkeit
bedingt, auch heilen diese Wunden schnell wieder zu. Aber es
finden leicht Entzündungserreger ihren Weg zu den Wundrändern,
wodurch ein langdauernder Krankheitsprozefs eingeleitet und bleibende
Schwerhörigkeit erworben werden kann.
Auf dergleichen hat nun keineswegs blofs die häusliche, die
Familien-, sondern ebenfalls die öffentliche, auch die Schulerziehung
zu achten, die letztere namentlich, sofern es sich um die Pflege
der Sinnesorgane handelt. Auch halte ich es für durchaus er-
forderlich, dafs in dem naturkundlichen Unterricht der
Schule und zwar jeder Schule hygienische Belehrungen
einzugliedern sind, nicht etwa blofs als etwas, das nur so
nebenher gelegentlich miterledigt wird, sondern als kontinuier-
licher Bestandteil, und dafs in die Schullesebücher entsprechende
Abschnitte aufgenommen werden, z. B. Zahnpflege betreffend
u. dgl. m. Eine grofse Rolle müssen derartige Aufklärungen
natürlich auch in den pädagogischen Kursen für junge Mädchen
und Jünglinge und weiterhin in denen der sogenannten Volks-
hochschule spielen. Wie freudig sie gerade hier begrüfst werden,
das habe ich selbst im Winter von 1896/97 in Jena gesehen. Ich
hatte den bekannten Jenenser Hygieniker Professer Gärtner ver-
anlafst, einen sechsstündigen volkstümlichen Vortragscyklus abzu-
halten, zu welchem ich mehr als 400 Eintrittskarten ausgegeben
habe. — Aufserdem läfst die Rücksichtnahme auf die so bedeut-
same Funktion der Pflege in der öffentlichen Erziehung noch eine
andere Einrichtung als dringend geboten erscheinen, nämlich die
Ausbildung und Anstellung besonderer Erziehungs-Hygieniker.
Solche, nicht Schulärzte, thun uns not, Männer und Frauen,
welche sich mit den hygienischen Fragen vom pädagogischen
Standpunkte aus beschäftigen, der ja für den Arzt so gut wie
gar nicht existiert, oft genug sogar geflissentlich vornehm über-
sehen und beiseite geschoben wird. Die Erziehungs-Hygieniker,
wie ich sie mir denke, müfsten wie alle Erzieher zunächst einmal
mit den allgemein-pädagogischen Problemen sich bekannt gemacht,
mit andern Worten: nach Absolvierung des Gymnasiums auf
der Universität einige Semester hindurch Pädagogik studiert
haben und dann erst sich dem Spezialstudium der Hygiene zu-
wenden.