Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 40. Pflege und gelegentliche Belehrung. 351
Knaben und 602 Mädchen in den öffentlichen Schulen von Wor-
cester (Massachusetts) vor mit Hilfe von Snellens Sehproben für
die niederen und von Galtons für die höheren Klassen, wobei
ebenfalls zahlreiche Sehstörungen konstatiert wurden, ebenso wie
bei den Untersuchungen Warners an 60 000 Schulkindern. In
Deutschland hat der bekannte Breslauer Augenarzt Professor Cohn
folgende Prozentsätze der Kurzsichtigkeit bei Schulkindern fest-
gestellt: 1,4 ®/o in Dorfschulen, 6,7 "ja in Volksschulen in der Stadt,
10,3 »/o in Mittelschulen, 19,7 «/o in Realschulen, 26,2 "/o in Gym-
nasien. Dem gegenüber muls die sorgfältigste Pflege des Auges
nachdrücklichst empfohlen werden.
Bei den Ohren hat man wieder auf gröfste Reinlichkeit zu
achten; doch darf man damit auch nicht zu weit gehen: es gilt
nämlich, in das äufsere Ohr leicht hineingelangende Fremdkörper
immer wieder sorgfältigst zu entfernen, desgleichen das sich reich-
lich absondernde Ohrenschmalz, nur mufs man hierbei mit der
gröfsten Vorsicht verfahren und nicht zu gründlich vorgehen.
Denn das Ohrenschmalz hat auch seinen guten Zweck, indem es
der den Gehörgang auskleidenden Haut ein Schutz ist und u. a. das
Eindringen von Insekten in die Tiefe des Gehörganges verhindern
kann. Zudem sorgt auch die Natur zum Teil schon ganz von
selbst für die Entfernung des überflüssigen Ohrenschmalzes; das-
selbe schmilzt nämlich bei einer Temperatur, wie sie beim Schlafen
auf dem Ohr entsteht, und fliefst dann einfach heraus. Bisweilen
bildet sich allerdings auch durch vermehrte Ohrenschmalz-Abson-
derung ein förmlicher Pfropf, der sogen. Ohrenschmalzpfropf,
Thrombus sebaceus, welcher den Gehörgang ganz ausfüllt und bei
längerem Bestehen das Trommelfell schädigen und weiterhin
Mittelohrentzündungen veranlassen kann, jedenfalls eine geringere
oder grölsere Schwerhörigkeit erzeugt. Dieser Pfropf bildet sich
aber auch bei gröfster Reinlichkeit; seine Entfernung mufs dem
Arzte überlassen werden. Zur Pflege des Ohres gehört auch, dafs
man das Kind nach Möglichkeit vor Katarrhen und Entzündungen
der Nasen- und Rachenschleimhäute zu hüten versuchen muls, und
dafs man, wenn solche sich einstellen, die Sache nicht allzu leicht
nimmt: dieselben pflanzen sich leicht durch die Eustachische Röhre
fort und gefährden dann das Mittelohr und das Gehör in nicht
unbedenklicher Weise. Aufs ernsteste ist auch davor zu warnen,
dafs man nie, wenn körperliche Züchtigung sich nötig macht, das
Kind auf den Kopf schlagen darf Ohrfeigen, Erschütterungen
der Schädelknochen durch Schlag haben geradeso wie solche durch