Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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18 I- Teil. Die pädagogischen GrundbegriflFe.
nämlicli vor und während der Zeugung mit derselben oder einer
anderen Krankheit, bezw. Krankheitsdisposition behaftet oder völlig
gesund ist. Degenerescenz im besonderen kann die Folge davon sein,
dals die beiden Eltern zu nahe Blutsverwandte, zu jung oder zu alt
sind. Kommt doch auf Grund sehr sorgfältiger statistischer Zu-
sammenstellungen Quetelet zu dem Schlüsse, dafs frühzeitige Ehen
schon an und für sich schwächliche Kinder produzieren. Und zu
hohes Alter der Zeugenden ist nicht selten schon an und für sich
die Veranlassung von Idiotismus, Hämophilie und Disposition zur
Skrophulose bei den Kindern. Was anderseits die Abschwächung
der elterlichen Anlagen bei den Kindern betrifft, so scheint hierbei
Rassenkreuzung von besonders günstigem Einflüsse zu sein, und
zwar gilt das von Anlagen der verschiedensten Art. Diese Ansicht
ist jetzt ziemlich allgemein verbreitet auf Grund eines umfänglichen
Thatsachenmaterials und hat die entgegengesetzte von Gobineau,
Perier, Tschudi u. a., welche meinen, dals bei Rassenmischung
die geistig überlegene Rasse durch Kreuzung erniedrigt, ohne dals
die niedere veredelt werde, fast völlig zurückgedrängt. Vom
sprachwissenschaftlichen Standpunkte aus wurde die Lehre Gobineaus
von Pott widerlegt; im übrigen haben namentlich die Unter-
suchungen von Cox, Orbigny und Waitz dieselbe als hinfällig
gekennzeichnet. Mischlinge tendieren diesen Untersuchungen zufolge
im allgemeinen dahin, den Typ der höheren der beiden Rassen, aus
deren Mischung sie hervorgegangen sind, zu repräsentieren. Ein
ganz sicheres Schlufsurteil ist jedoch noch nicht möglich, und
jedenfalls ist das Experiment, alle Menschenrassen zu kreuzen,
keineswegs zu empfehlen. — Wie Krankheitsdispositionen so werden
übrigens auch Immunitäten gegen Krankheiten vererbt, so unter
den Negern und Mulatten in tropischen Gegenden die Immunität
gegen das gelbe Fieber. Immunität kann aber anderseits auch
durch Beschäftigung, Lebensweise und den Einflufs des Klimas
allmählich erworben werden, was allerdings dem Satze zu wider-
sprechen scheint, dafs es überhaupt keine im eigentlichen Sinne
erworbenen Charaktere giebt. Der Widerspruch ist aber that-
sächlich nur scheinbar; wer Immunität erwirbt, erwirbt sie
eben in Gemäfsheit seiner gesamten Anlage, in Übereinstimmung
mit der Beschaifenheit seines Organismus, die er wieder seiner
ursprünglichen Keimesbeschafl'enheit verdankt, und die er dann
mit dieser zu vererben vermag. Mehr besagt die Weismannsche
Hypothese der Polarigenesis nicht; sie schlielst nicht, wie man
häufig glaubt, und wie ich selbst früher anzunehmen geneigt war,