Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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350 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
mehr Schlafstunden fest; so sind in neuester Zeit von einem Arzt
als Schlafzeiten der Kinder empfohlen worden: bis zu 2 Jahren
18, von 2—6 Jahren 14, von 6—8 Jahren 12, dann, etwa bis
zum 14. Lebensjahre, 10 Stunden. Das Richtige dürfte wohl das
ungeföhre arithmetische Mittel zwischen diesen und jenen An-
gaben sein.
Also um die Gesundheit des Kindes zu erhalten und zu
fördern, hat man zu achten auf angemessene Ernährung und
Kleidung, auf gröfste Sauberkeit und entsprechende Abhärtung,
auf reichliche Bewegung und genügende, namentlich absolute, d. h.
Schlaf-Ruhe. Was die Abhärtung betrifft, so ist es gegenüber von,
in neuerer Zeit zu Tage tretenden Erscheinungen nicht überflüssig
davor zu warnen, dafs man dieselbe nicht übertreibe, wodurch man
nicht nur nichts nützt, sondern vielmehr dem kindlichen Organis-
mus den gröfsten Schaden zufügt. Derartige forcierte Abhärtungs-
Bestrebungen sind, auch wenn sie von Leitern nach englischem
Muster gegründeter, mit marktschreierischster Reklame angepriesener
Erziehungungsanstalten ausgehen, als nichts anderes denn als
grober und gefährlicher Dilettantismus zu bezeichnen Endlich
dürfen, um das noch ganz kurz blofs zu erwähnen, nicht die Ein-
flüsse der Luft, ihres Feuchtigkeitsgehaltes, ihrer Trockenheit^
ihrer Temperatur, auf den kindlichen Organismus übersehen
werden.
Zu dieser Pflege des Leibes mufs ergänzend hinzutreten die
sorgfältigste Berücksichtigung der Pflege der Sinnesorgane.
Die beste Pflege, welche man denselben angedeihen lassen kann,
besteht darin, sie vor Uberanstrengung zu schützen: Über-
anstrengung derselben ist die häufigste Ursache ihrer Erkrankung.
Dies gilt ganz besonders von den Augen: durch Überanstrengung
derselben infolge zu lange andauernder Nahearbeit, überhaupt durch
zu nahes Heranrücken mit den Augen an den zu sehenden Gegen-
stand, namentlich bei schlechter Körperhaltung und mangelhafter
Beleuchtung, wird leicht Kurzsichtigkeit hervorgerufen. Vor-
genommene Sehprüfungen haben das traurige Resultat ergeben,
dafs ernstere Anomalien des Sehvermögens, besonders Kurzsichtig-
keit, bei unsern Kindern in immer gröfserer Zahl auftreten. So
fand Axel Key bei seiner Untersuchung von 11000 schwedischen
Knaben Kurzsichtigkeit bei G^/o der elfjährigen und bei 37, 3"/o
der neunzehnjährigen; unter 3000 schwedischen Mädchen ergab sich
Kurzsichtigkeit bei 21,4''/o der zehnjährigen und 50"/o der neun-
zehnjährigen. In Amerika nahm West Sehprüfungen an 793