Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 40. Pflege und gelegentliche Belehrung. 349
Röse bei seiner Untersuchung von 14000 Schulkindern in Baden
und in Thüringen gefunden hat: in den Volksschulen der Stadt
Freiburg i. B. besafsen 98,7 "/o Kinder hohle Zähne, in den kalk-
armen Landorten Badens ebenfalls 98,7 "/o, in den kalkreichen
Orten Badens 790/0; in Thüringen gab es in Kalkgebieten 82,8%
und in kalkarmen Landorten 98 "/o Kinder mit erkrankten Zähnen.
Man sieht, dafs es vor allem der Mangel an Zahnpflege ist, wel-
cher so verderblich wirkt.
Nicht übersehen werden darf auch dies, dafs man dem Kinde
reichlich Gelegenheit geben mufs, seine leibliche Be-
thätigung durch Bewegung zu zeigen; denn das Leben des
Kindes ist, wie schon Aristoteles richtig bemerkt, bewegt.
Gewährt man dem Kinde das nicht, zwingt man es zum all-
zuvielen Stillsitzen und sich still Beschäftigen, so rächt sich
das durch Verkümmerung der Organe, durch mangelhafte Ver-
dauung und durch Störungen des Nervensystems. Namentlich
ist es schädlich mit Bezug auf das Sexualleben, wenn man
Kinder zum vielen Stillsitzen anhält, wenigstens wenn man
nicht gleichzeitig ihren Geist hinreichend beschäftigt. Bei solch
indolentem Herumsitzen tritt nämlich Trägheit der Kapillarzirku-
lation, ja unter Umständen geradezu Kapillarkongestion ein: das
Blut bleibt in den Gefälsen des Unterleibes, einschliefslich der
Zeugungsorgane, zurück und ruft hier Reiz- und Erregungszustände
hervor, welche geschlechtliche Begierden auslösen. Ganz abgesehen
davon dient jedoch zweckmäfsige Bewegung der Muskeln dazu, die
Kräfte zu stärken und durch Anregung des Stoö'wechsels das all-
gemeine Wohlbefinden und die Widerstandsföhigkeit des Orga-
nismus gegen schädliche äufsere Einflüsse zu erhöhen. Auf der
anderen Seite ist freilich auch darauf zu sehen, dafs das Kind
genügend lange Zeit hindurch ruht, besonders schläft. Um den
durch die körperliche Bewegung und die geistige Thätigkeit be-
dingten StolFverbrauch zu regulieren und das Verlorengegangene
zu ersetzen, bedarf der Organismus zeitweilig absoluter Ruhe.
Dieselbe wird ihm in vollem Umfange nur während des
Schlafes zu teil. Deshalb ist ein gewisses Quantum Schlaf zur
Erhaltung des Wohlbefindens unentbehrlich; dieses Quantum ist
um so höher zu bemessen, je jünger das Kind ist. Im eigent-
lichen Kindesalter soll das Kind etwa 11 bis 12 Stunden täglichen
Schlafes nötig haben, im Knaben- und Mädchenalter sollen anfäng-
lich 10, später auch 9 und 8 Stunden genügen, nach Griesbachs
„Energetik und Hygiene des Nervensystems'. Andere setzen noch