Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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348 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
und so die Möglichkeit gewährt, die Haut gegen schädliche Ein-
flüsse, namentlich jähen Temperaturwechsel, unempfönglich zu
machen und damit eben den Organismus abzuhärten. Das Baden
muls demnach in der leiblichen Pflege des Kindes eine grofse Rolle
spielen; denn wie die Reinlichkeit so ist auch die Abhärtung für
dasselbe unbedingt erforderlich, weil dadurch seine Gesundheit
grofsen Teils bedingt ist. Das gilt nicht etwa nur mit Bezug auf
die Abhärtung, sondern durchaus auch mit Bezug auf die Rein-
lichkeit. Dieselbe ist nicht blofs um ihrer selbst willen, also
aus ästhetischen, sondern ebenfalls aus gesundheitlichen Rücksichten
nötig, worauf ja schon mit der Bemerkung hingedeutet wurde,
dals durch das Baden Fremdkörper von der Haut entfernt werden,
welche, wenn dies nicht geschieht, deren Funktionen stören, was
wieder einen hemmenden Einflufs auf den Gesamtorganismus aus-
übt. Aufserdem ist noch darauf aufmerksam zu machen, dafs
unter diesen Fremdkörpern auch solche sich befinden können, die
man in der Medizin als direkte Krankheitserreger bezeichnet, näm-
lich die sogenannten Mikrokokken, die Bazillen, Bakterien u. s. f.,
deren Verbleiben auf der Haut im höchsten Grade verhängnisvoll
werden kann, indem sie ja von da sehr leicht in das Innere des
Körpers eindringen können.
Nicht minder wichtig als die Pflege der Haut ist die der
Zähne. Auch hier kommt es vor allem auf peinlichste Sauberkeit
an; denn durch die Zersetzung von stärke- und zuckerhaltigen
Nahrungsresten, die zwischen den Zähnen haften bleiben, entsteht
Zahnverderbnis, die in fortgeschritteneren Stadien zu Verdauungs-
störungen führt, indem die erkrankten Zähne nicht mehr die
Speisen ordentlich zu zerkleinern und zu kauen vermögen. Be-
sonders ist u. a. das Brot für den Verfall des menschhchen Ge-
bisses verantwortlich zu machen. Auf Grund eines ausgedehnten
statistischen Materials hat R ö s e festgestellt, dafs der Genufs von
Weifsbrot, Kuchen und Kartoffeln sehr schädigend auf die Zähne
einwirkt, während derbes, abgelagertes Roggenbrot weniger schadet.
Sehr ungünstig für die Zähne ist auch kalkarmes, also weiches
Wasser und überhaupt kalkarme Nahrung. Die Pflege hat darauf
gebührend Rücksicht zu nehmen; namentlich ist das Kind streng
anzuhalten, seine Zähne säuberst möglich zu putzen und den Mund
ordentlich zu spülen und zwar nicht blofs früh nach dem Auf-
stehen, sondern vornehmlich nach jeder Mahlzeit. Wie sehr die
Zahnverderbnis bei mangelhafter Zahnpflege und nicht gehörig
regulierter Kost um sich greift, das beweisen die Zahlen, w^elche