Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 40. Pflege und gelegentliche Belehrung. 347
sie nämlich den geringsten hemmenden Einflufs auf die Luft-
zirkulation ausüben.*) Zu beachten ist ferner, dafs die Kleider
der Kinder bequem sein müssen, um ihnen freiest mögliche Be-
wegung zu gestatten; auch ist bei ihrer Anfertigung darauf zu
sehen, dafs sie nicht die Zeugungsorgane zu drücken oder sonst
irgendwie zu reizen vermögen: namentlich ist auf diesen Punkt bei
Anbringung der Taschen in den Kleidern der Knaben zu achten.
Hinsichtlich des kindlichen Ruhelagers ist zu sagen, dafs das-
selbe nicht zu weich und nicht zu warm sein darf; Federbetten sind
für gewöhnlich davon fernzuhalten. Ein zu weiches und zu warmes
Ruhelager wirkt, allgemein genommen, verweichlichend und daher
erschlaffend und entnervend; zudem hat es die besondere schädliche
Folge, dafs es die Nerven erregt und leicht lascive Träume her-
vorruft. Wichtig ist auch dies, dafs man nie erlaube, dafs gesunde
Kinder wachend im Bette liegen; frühmorgens, wenn sie ausge-
schlafen haben, müssen sie sofort das Bett verlassen, sich waschen
und ankleiden. Das Verweilen im Bette, ohne zu schlafen, ist er-
fahrungsmäfsig nur zu sehr dazu geeignet, die Kinder geschlechtlich
zu erregen und sie dazu zu verleiten, ihren Körper und ihre Geni-
talien zu betasten.
In diesem Zusammenhange mufs auch die so wichtige Haut-
pflege erwähnt werden, deren Bedeutung schon den Alten be-
kannt war. Diese Pflege hat einen doppelten Zweck, nämlich den
der Reinlichkeit und den der Abhärtung. Man beabsichtigt,
indem man der Haut eine besondere Aufmerksamkeit angedeihen
läfst, nicht blofs alle, sich auf ihr ablagernden, ihre Funktionen
mehr oder weniger störenden Fremdkörper zu entfernen, sondern
man versucht damit auch, dem Gesamtorganismus die Fähigkeit
beizubringen, sich abzuhärten, d. h. erforderlichenfalls ohne die
Beihilfe zweckentsprechender Kleidung eine genügende Wärme-
menge vom Zentrum nach der Peripherie zu schaffen. Die Pflege
der Haut besteht im wesentlichen in der zweckmäfsigen An-
wendung des Wassers innerhalb gewisser Temperaturgrade, kurz
im Baden. Durch das Baden wird nicht nur die Körperoberfläche
gereinigt, sondern es wird auch die Wärmeabgabe beschleunigt
*) Man vergleiche folgende sehr instruktive Arbeiten: Popper, .Die
menschliche Kleidung vom wissenschaftlichen Standpunkte' in der „Öster-
reichischen Zeitschrift für praktische Heilkunde." XVHI. Bd. 15. Heft.
Pettenkofer, „Beziehungen der Luft zu Kleidung, Wohnung und Boden'
und derselbe „Über die Funktion der Kleider' in der „Zeitschrift für
Biologie'. L Bd.