Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 40. Pflege und gelegentliche Belehrung. 345
tige ist einfache, nahrhafte Kost und das Fernhalten von
Leckerbissen. Auch achte man darauf, dafs die Kinder sich
nicht übersättigen, ja sie sollen sich überhaupt nicht völlig
sättigen: denn das ist schon der Anfang der Übersättigung. Die
Launenhaftigkeit der Kinder hinsichtlich des Essens beruht ge-
wöhnlich auf verdorbenem Magen. Man gewöhne die Kinder viel-
mehr daran, dem Sprichworte gemäfs zu handeln, das uns rät, mit
Essen aufzuhören, wenn es uns gerade am besten schmeckt. Die
Überernährung, die sogenannte Überfütterung der Kinder ver-
ursacht häufig andauernde Verletzungen der Verdauungsorgane
und schwächt dadurch die ganze Konstitution; aufserdem ist sie
noch im besonderen deshalb von sehr schädlichem Einflufs, weil
sie nicht selten die schnelle Entwickelung und Kräftigung der
Geschlechtsbegierde befördert und somit geradezu eine mächtige
Ursache frühzeitiger Wollust und Ausschweifung ist. Das erscheint
ohne weiteres einleuchtend, wenn man bedenkt, dafs überreichliche
Ernährung nicht nur eine Überproduktion von Blut, sondern da-
mit zugleich von, aus dem Blute in den Drüsenorganen des
Körpers, zu welchen auch die Zeugungsorgane gehören, sich bilden-
den Stoffen zur Folge hat.
Über die Beschaffenheit der Kost ist noch dies zu sagen,
dafs stickstoffhaltige Nahrungsmittel immer besonders zu berück-
sichtigen sind; dafs der frühzeitige Gebrauch von Fleischspeisen
und von stark gewürzten Gerichten, auch der von Thee und Kaffee,
überhaupt von allen excitierenden Genufsmitteln durchaus und un-
bedingt zu vermeiden ist. Namentlich ist der Alkohol von den
Kindern ganz fern zu halten; nur zu therapeutischen Zwecken
dürfen Alkoholika verwendet werden. Nach den Erfahrungen her-
vorragender Ärzte, wie Demme, Nothnagel, Tuczek, Madden,
Grofs u. a., lassen sich bei Kindern, die Wein und Bier gewohn-
heitsmäfsig geniefsen, häufig ernste, mit diesem frühzeitigen Alkohol-
genufs direkt zusammenhängende Erkrankungen, besonders des
Nervensystems, nachweisen: Epilepsie, Veitstanz, Nervosität, Herz-
klopfen, nächtliches Aufschrecken. Demme hat folgendes Ex-
periment angestellt. Es wurden mehrere gesunde 10 bis 15jährige
Schulkinder Monate lang ganz ohne Alkohol und dann mit mäfsigen
Weingaben, ^/s Glas leichten Weines bei den jüngeren, 1/2 Glas bei
den älteren je zum Mittag- und Abendessen, mit Wasser vermischt,
verpflegt. Dabei zeigte sich, dals die Kinder während der Zeit,
da sie Wein genossen, schläfriger, weniger aufmerksam, weniger
leistungsfähig und nervöser waren als zur Zeit der völligen Alkohol-