Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
NEO.MUS.v.OND.enOPV.
§ 4. Grenzen der Erziehung. 8CH00LMÜ8EUM
angeborene natürliche Beschaffenheit zuläfst, welche s sh untAM^JÜJßAM
ständen bereits infolge irgendwelcher, z. B. spontan varikiuud niiklüU---
der Ursachen von der elterlichen in manchen Stücken mehr oder
weniger unterscheidet. Es wird damit ^iber freilich behauptet, dafs f~ cSLu>
schon von dem Momente an, da die Vorbereitungen zur ersten Furchung
der Eizelle beginnen, darüber entschieden ist, was für ein Organis-
mus aus ihr werden wird. Aber diese Behauptung läfst nichtsdesto-
weniger auch noch einen gewissen Spielraum für den Einflufs
äufserer Lebensbedingungen, welche den heranwachsenden Organis-
mus, im embryonalen Zustande wie auch nach der Geburt, treffen
können, offen. Nur ist derselbe ein beschränkter und bewegt sich
in blofs ziemlich kleinen Amplituden um den festen Mittelpunkt,
der durch die ursprüngliche Keimesbeschaffenheit gegeben ist,
herum. Gewifs kann z. B. reichliche Ernährung einen Körper stark
und voll machen; aber sie ist niemals imstande, aus einem zum Zwerg
bestimmt gewesenen Keim einen Riesen hervorgehen zu lassen. Auch
Krankheiten müssen wir als schon im Keime vorhandene Anlagen
betrachten. Bei der Vererbung von Krankheiten ist das ja ganz selbst-
verständlich; nicht zwar als ob im Samen ein besonderer Krank-
heitskeim oder ein latenter Zustand der Krankheit vererbt würde,
sondern es handelt sich dabei um eine potenzielle Vererbung, um
die Vererbung der Disposition zu dieser oder jener Krankheit
durch im kranken Körper mit krank gewordenen Samen. Diese
Disposition kann latent bleiben, wenn nämlich die Entfaltungs-
reize, welche die Krankheit selbst hervorrufen, sich nicht ein-
stellen. Geschieht dies aber, so wird die potentielle zur essen-
tiellen Vererbung. So teilt Herzen den Fall mit, dafs ein von
einem syphilitischen Vater abstammendes Mädchen bis zum 25. Jahre
gar keine Krankheitssymptome zeigte, bis plötzlich bei ihm die
väterliche Krankheit infolge Sturzes auf die Kniescheibe und da-
durch herbeigeführte Hautverletzung zum Ausbruch kam. Wo 1
ererbte Krankheits - Dispositionen nicht in Frage kommen, mufs
man annehmen, dafs die Disposition zu dieser oder jener Krankheit
im Keim spontan entstanden und auf diese Weise also eine Ab-
änderung der Keimesbeschaffenheit erzeugt worden ist. Zu aller-
meist handelt es sich hier jedoch um ererbte Dispositionen; dabei
ist noch besonders zu bemerken, dafs alle Krankheiten durch die
Vererbung Metamorphosen ad bonam oder ad malam partem er-
fahren, d. h. es kann bei den Nachkommen Abschwächung oder
Degenerescenz der erblichen Anlage eintreten. Entscheidend ist
vornehmlich der Zustand des anderen Zeugenden; ob derselbe
Bergemann, Soziale Pädagogik. 2