Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 35. Die Objekte oder Gegenstände der Erziehung. 337
12''/o. Aufserdem ergab sich ihm, dafs Mädchen mehr Freude an
Handarbeit haben als Knaben, 27"/o gegen 22"ja. Ferner ist zu
bemerken, dafs nach dem einstimmigen Urteil aller Experimenta-
toren und Beobachter Mädchen schneller, fliefsender und besser
lesen und über Gelesenes zu berichten wissen als Knaben. So
bemerkt in seinem Berichte über die Unterrichtsverhältnisse in
Lancashire Bryce: „Vorlesen ist eines der wenigen Dinge, in
denen Mädchenschulen einen höheren Rang einnehmen als Knaben-
schulen". Ebenso spricht Fear on in seinen Berichten über die
Schulen an der Ostküste Nordamerikas von der Überlegenheit der
Mädchen im Vorlesen, was selbst in den Schulen für beide Ge-
schlechter deutlich hervortrat. Da nun nicht anzunehmen ist, dafs
in diesem Punkte das weibliche Geschlecht besser geschult wird
als das männliche, mufs man vermuten, dafs jene Überlegenheit
der Mädchen über die Knaben darauf beruht, dafs sie Gehörtes
schneller auffassen und den Sinn rascher begreifen als diese. Bei
der besseren Wiedergabe des Gelesenen, die sie vor den Knaben vor-
aus haben, spielt sicherlich neben treuerem Gedächtnisse auch der
Umstand eine Rolle, dafs sie sprachgewandter, zungenfertiger sind
als die Knaben. Professor Barnes schreibt im „Pedagogical
Seminary" vom März 1893: „Aus den nach Binets Methode der
Perzeptionsprüfung an 2900 Kindern aus Monterey Gounty (Cali-
fornien) gemachten Untersuchungen hat sich ergeben, dafs Mäd-
chen zwischen 11 und 13 Jahren eine bedeutend detailliertere,
ausgedehntere Kenntnis der gewöhnlichen Gegenstände aus ihrer
Umgebung besitzen als Knaben gleichen Alters, und dafs sie sich
ferner besser auszudrücken verstehen". Auch Paul Lafitte hebt
in seiner schon einmal erwähnten Schrift „Le Paradoxe de 1' Ega-
lité' hervor, dafs bei gemeinsamer Erziehung beider Geschlechter
zunächst die Mädchen stets den Knaben nach den von ihm ge-
machten Beobachtungen und Erfahrungen voran sind. Aufserdem
rühmt er an den Mädchen und Frauen als mehr bei ihnen ent-
wickelt das Gedächtnis (worin sich also nicht blofs, wie wir
das ja zuvor sahen, das kleine Mädchen vor dem kleinen Knaben,
sondern überhaupt das weibliche Geschlecht vor dem männlichen
auszeichnet), die Lebhaftigkeit der Auffassung, den Sinn
für das Thatsächliche und Konkrete, für das Detail und
Charakteristische, während Knaben, Jünglinge, Männer
mehr für allgemeine Gedanken und für das allgemein
Gesetzmälsige empfänglich, schwerfälliger und ver-
gefslicher sind. Allgemein anerkannt ist, dafs Studentinnen
Bergemann, Soziale Pädagogik. 22