Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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336 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
Stimme gehört zu den aufföUigsten sekundären Geschlechtsmerk-
malen des Menschen, ist aber ebenfalls bei manchen Tieren vor-
handen, so hat die Henne, die Hündin, die Stute, nach Buffon
auch die Eselin eine schwächere und schrillere Stimme als das
männliche Tier. Nach Darwin ist die Erklärung für diesen
Umstand darin zu suchen, dals „der häufige Gebrauch der Stimme
unter der heftigen Erregung von Wut, Eifersucht und Liebe, viele
Generationen hindurch fortgesetzt, schliefslich eine erbliche Differen-
zierung der Stimmorgane hervorgerufen hat". Im übrigen ist be-
züglich des Nutzens dieses Unterschiedes in der Stimme zu sagen,
dafs der gewöhnlichen Lebenserfahrung zufolge die Tiefe der
männlichen und der sanftere Klang und die höhere Lage der
weiblichen Stimme das Wohlgefallen der Geschlechter aneinander
zu steigern geeignet ist. Für den Erzieher ist noch besonders er-
wähnenswert, dafs er darauf zu achten hat, dafs die Stimme im
Pubertätsalter nicht zu sehr angestrengt werde, weil das leicht
ihren Wohlklang beeinträchtigt, unter Umständen sogar die Fähig-
keit zum Singen aufhebt.
Was die geistige Entwickelung der Knaben und Mäd-
chen anlangt, so ist zunächst allgemein zu sagen, dafs die in-
tellektuelle Entwickelung der Mädchen bis zum 16. Jahre schneller
von statten geht als die der Knaben: Mädchen sind eben auch
in dieser Hinsicht früher reif als Knaben. Nach dem 16. Lebens-
jahre beginnt jedoch eine gewisse intellektuelle Überlegenheit der
letzteren sich geltend zu machen. Im einzelnen haben die vor-
genommenen Untersuchungen Folgendes ergeben. Bei den Ver-
suchen, welche Herzen in Florenz unternahm, um den Einflufs
von Alter und Geschlecht auf die Reaktionszeit festzustellen,
fand er, dafs Mädchen anfangs schneller reagieren als Knaben;
während aber bei diesen die Reaktion bis zum Alter der Reife
ganz regelmäfsig zunimmt, ist bei jenen die Zunahme im ganzen
langsamer und hört zudem bei einem geringeren Grade der Ge-
schwindigkeit auf. Nach Delaunay geht die Ansicht der Lehrer
dahin, dafs in den Schulen für beide Geschlechter die Mädchen
unter 12 Jahren intelligenter sind als die Knaben. Riccardi,
welcher mehrere hundert Schulkinder aus Modena und Bologna
untersuchte, fand,*) dafs Mädchen im allgemeinen lieber lernen
als Knaben, 61 % gegen 43®/o, und dafs es viel mehr Knaben als
Mädchen giebt, welche für gar nichts Interesse haben, 35®/o gegen
*) Man vergleiche: Riccardi, ,Antropologia e Pedagogia"