Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 35. Die Objekte oder Gegenstände der Erziehung. 335
zision der Bewegungen erstreckten, zeigten gleichfalls im ganzen
eine Überlegenheit der Knaben.
Was den Stoffwechsel betrifft, so machen sich hierbei
nicht unbeträchtliche Geschlechtsunterschiede der Blutbeschaffen-
heit während der Pubertät bemerklich. Das spezifische Gewicht
des Blutes sinkt in dieser Zeit bei Mädchen bedeutend; es ist dies
das Lebensalter der Blutarmut beim weiblichen Geschlechte.
Ferner ist der Umstand beachtenswert, dafs der Knabe mehr
Kohlensäure ausatmet als das Mädchen. Die Menge des im Laufe
einer Stunde oxydierten Kohlenstoffes beträgt nach Andral und
Gavarett im Alter zwischen 8 und 15 Jahren bei Knaben 7,8,
bei Mädchen 6,4 Gramm, später dann beim männlichen Geschlechte,
zwischen 16 und 30 Jahren, sogar 11,2, beim weiblichen wieder
nur 6,4 Gramm. Nach der Pubertät wächst der Verbrauch des
Jünglings und Mannes an Kohlenstoff also fast auf das Doppelte
des Betrages beim Weibe. Allgemeinhin ist zu sagen, dafs
energischere Personen überhaupt mehr Kohlensäure ausatmen als
passivere von gleichem Gewicht. Eine Folge des angedeuteten
Geschlechtsunterschiedes zeigt sich in dem weniger lebhaften Luft-
bedürfnis des weiblichen Geschlechtes. So vertragen Frauen in
der Industrie die Nähe heisser Öfen besser als Männer und haben
beim Einatmen von Kohlenoxyd bessere Aussicht, mit dem Leben
davon zu kommen, als diese. Etwas Ahnliches zeigt sich nach
Delaunay bei Sauerstoffmangel infolge von Luftverdünnung:
Frauen können in Höhen z. B. noch existieren, in denen Männer
krank werden.
Von den inneren Organen greife ich hier nur den Kehl-
kopf heraus. Vor der Pubertät bestehen keine wesentlichen
Kehlkopf- und Stimmunterschiede zwischen den Geschlechtern.
Von da vergröfsert sich der männliche Kehlkopf jedoch mehr als
der weibliche, während die Stimme bricht und tiefer wird. Kehl-
kopf und Stimme des Weibes bleiben dem kindlichen Zustande
näher. Während nach C. Langer die männliche Stimmritze im
Verhältnis von 10:5 wächst, vergröfsert sich die weibliche nur
im Verhältnis von 7:5. Selbst bei Kastraten, bei denen doch
bekanntlich der Kehlkopf pueril bleibt, wird er etwas gröfser als
bei Mädchen. Die bedeutendere Gröfse des männlichen Kehl-
kopfes zeigt sich bei allen Abmessungen; das ganze Organ ist um
ein Drittel gröfser als beim Weibe, der Unterschied der Längs-
durchmesser ist bedeutend gröfser als der der Querdurchmesser,
und die Stimmbänder sind weit länger. Der Unterschied der