Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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334 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
deshalb, weil sie ganz und gar der gewöhnlichen Vorstellung
widersprechen, dafs das wachsende Kind besonders schwach und
schonungsbedürftig sei; sie zeigen vielmehr, dafs die stärkste
Wachstumsperiode mit einer erhöhten Widerstandskraft
gegen Krankheiten einhergeht.
Bezüglich der Bewegungsfunktionen ist zu sagen, dafs
Mädchen selbst während desjenigen Zeitraumes der Pubertät, in dem
sie sonst fast überall den Knaben voraus sind, hinter ihnen nicht
unbeträchtlich an Muskelkraft (und auch vitaler Kapazität) zurück-
bleiben. Messungen mittelst des Dynamometers haben ergeben,
dafs die Kraft der Mädchenhand ungefähr um ein Drittel geringer
ist als die der Knabenhand. Knaben können etwa ein Drittel
mehr tragen als Mädchen. Auch was die sonstige Muskulatur
anlangt, werden die Mädchen, obwohl bei ihnen diejenige der
Beine und der Arme, der Brust und des Rückens etwas besser
als bei Knaben ausfällt, von diesen an Muskelkraft über-
flügelt; es bleibt die Muskelkraft von 50 "/o der Mädchen unter
einem Grade, den 90 ®/o der Knaben überschreiten. Nach
Sargent ist auch die Leistung des Expirations-Muskels beim
schwächsten Knaben noch gröfser als der Durchschnitt bei Mäd-
chen. Die Zfihl der in der Zeiteinheit geleisteten Bewegungen
ist von verschiedenen Beobachtern, z.B. von Catell, Fuller-
ton, Jastrow und Bryan untersucht worden. Bryan, wel-
cher seine Untersuchungen an 800 Schulkindern in Worcester
(Massachusetts) sorgfältigst durchgeführt hat, verwendete dabei
ein Instrument, welches auf dem Zifferblatt einer Uhr den Druck
auf einen Morse-Unterbrecher markierte: Bewegungen des Ober-
und Unterarmes und der Finger konnten genau registriert werden;
die dabei verwendete Kraft kam nicht in Betracht. Es ergab
sich, dafs Unterschiede zwischen Knaben und Mädchen, allerdings
nicht sehr bedeutende, vorhanden sind: im ganzen waren die
ersten den letzteren überlegen. Diese Überlegenheit der Knaben
nahm allmählich im Alter von 6—9, stärker in dem von 14—16
Jahren zu; im Alter zwischen 10 und 12 Jahren stehen sich die
beiden Geschlechter darin am nächsten. Mit 13 Jahren sind die
Mädchen bezüglich jedes der genannten Gelenke besser entwickelt;
die Zeit zwischen 12 und 13 Jahren bedeutet für Mädchen eine
beschleunigte, für Knaben eine gehemmte Entwickelung. Im all-
gemeinen zeigen Knaben auch eine bessere Leistung der rechten
Extremität, während bei Mädchen beide Seiten nur wenig diffe-
rieren. Einige weitere Experimente, welche sich auf die Prä-