Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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328 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
Wirklichkeit, sondern es erwacht in ihm jetzt der Wunsch, auch
etwas von dem zu erfahren, was früher war, was später sein wird.
Es möchte jetzt auch etwas von der grofsen Welt da draufsen
jenseits der engen Grenzen seiner Heimat wissen. Um diese seine
Wifsbegierde zu befriedigen, reicht ja die unmittelbare sinnliche
Anschauung nicht aus; dieselbe mufs erweitert werden: Bild und
Wort sind die Mittel hierzu neben einigen aus dem Zusammen-
hange, in dem sie ursprünglich und natürlich vorkommen oder
vorkamen, herausgerissenen Gegenständen, Natur- und Kunst-
produkten. Mit Hilfe der Phantasie setzt sich das Kind diese
Bruchstücke zusammen und gewinnt so einen Einblick in eine Welt,
die räumlich und zeitlich fernabliegt von derjenigen, in der es
heranwächst. So erweitert sich sein geistiger Horizont beständig,
wenngleich ganz allmählich. Und indem es so die Vergangenheit
kennen lernt, gelangt es langsam auch zum Verständnis der Gegen-
wart. Und indem es so über die es umgebende Natur hinaus-
schauen, die Welt jenseits der heimatlichen Grenzen und schliefs-
lich den ganzen grofsen Kosmos kennen lernt, erfafst es nach und
nach den zwischen allem Seienden bestehenden Zusammenhang.
Aber noch in einer anderen Beziehung macht sich im Knaben-
und Mädchenalter die Phantasie geltend, indem sie nämlich zur
Ausschmückung und Verschönerung des thatsächlich Gegebenen
dient, woraus allmählich sich das Verständnis für das Schöne
in der Natur und Kunst entwickelt. Dabei ist es zunächst
vor allem die Poesie, welche das Kind mächtig anzieht.
Wie das Vorstellungsleben so wird im Knaben- imd Mädchen-
alter auch das Gefühls- und Willensleben ein immer viel-
seitigeres und reicheres. Wird doch durch jede neue Lebens-
beziehung, in welche das Kind im Fortschritte seiner Jahre ein-
tritt, auch ein neuer Trieb angeregt, der, befriedigt oder unbe-
friedigt, sich in entsprechenden Lust- und Unlustgefühlen äufsert.
Neben dem unmittelbaren sinnlichen Lebensgenufs, der Freude an
dem, was das leibliche Behagen erhöht und fördert, neben dem
Vergnügen an Essen und Trinken, neben der Lust an fröhlicher,
kräftiger Bewegung und der Freude eines ungehemmten und un-
gebundenen Erholungsspieles machen sich jetzt auch die immer
mehr erstarkenden intellektuellen Gefühle bemerklicher,
so namentlich die aus der Befriedigung des Thätigkeits- und
Wissenstriebes resultierenden Gefühle. Unter den neuen Gemein-
schaftsverhältnissen des Schullebens erwachen auch neue soziale
Gefühle und die schon vorhandenen gestalten sich eigenartig