Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
§ 35. Die Objekte oder Gegenstände der Erziehung. 327
des Denkens in Verstand und Vernunft betrifft, so ist zu sagen,
dafs man diese Gliederung wohl beibehalten kann, aber nicht
glauben darf, es sei das eine psychologisch begründete Gliederung.
Man kann daran nur insofern festhalten, als man verschiedene
Objekte Anlafs hat zu unterscheiden, die Gegenstände prädikativer
Verläufe werden können. Bezüglich des Umstandes, dafs beim
Denken die Bedeutungen und Beziehungen der Worte zumeist
unbewufst reproduziert sind, dafs wir also, anders ausgedrückt,
für gewöhnlich in blofsen Worten denken, ist mit Rücksicht
auf die kindliche Entwickelung Folgendes zu sagen. Wir wissen,
dafs, wenn das Kind sprechen lernt, ihm mit den Wort-
vorstellungen zugleich diejenigen Bedeutungsvorstellungen, welche
als Sachvorstellungen zu bezeichnen sind, zum Teil wenigstens,
geboten werden, während es sich die grammatischen oder logischen
Bedeutungsvorstellungen ganz unwillkürlich, ganz unbewufst an-
eignet: sein Denken kann also da nur nach der einen Seite hin
ein bewufstes sein, während es nach der andern Seite hin ein
durchaus unbewufstes ist. Jetzt verschiebt sich dieses Verhältnis
in etwas. Indem nunmehr die grammatischen Bedeutungen aus
dem Unbewufsten, namentlich infolge des Unterrichtes, hervorgeholt
und ins Bewufstsein erhoben werden, ist die Möglichkeit gegeben,
in vollem Umfange bewufst denken zu können, und eben darauf
beruht auf dieser Stufe der kindlichen Entwickelung der im Denken
des Kindes sich vollziehende Fortschritt. Im weiteren Verlaufe der
Entwickelung geht dann erst das feinere Denken so vor sich, wie
ich angegeben habe; dann genügt auch die unbewufste Repro-
duktion der Bedeutungen im engeren wie im weiteren Sinne, der
grammatisch-logischen und der Sachbedeutungen vollständig, weil
da auf Grund der grammatischen und sachhchen Schulung nötigen-
falls alle Bedeutungen schnell zum Bewufstsein gebracht werden
können.
Was die Entwickelung der Phantasie anlangt, so habe ich
bereits darauf hingewiesen, dafs dieselbe jetzt erst in ihrer höheren
Form zum Durchbruche kommt und das Kind zum eigentlichen
Phantasiespiel befähigt. Dieselbe leistet ihm aber auch aufser-
ordentliche Dienste bei der sinnlichen Wahrnehmung und bei der
Veranschaulichung von Gegenständen, welche der unmittelbaren
Anschauung nicht zugänghch sind. Wie grofs diese Bedeutung
der immer mehr sich entfaltenden Phantasie ist, das erhellt aus
Folgendem. Das Kind begnügt sich auf dieser Stufe nicht mehr
mit der unmittelbaren Gegenwart und der es direkt umgebenden