Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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324 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
Ausbildung des Kindes; aber diese Ausbildung hat doch Sinn und
Zweck nur, sofern sie als Vorbereitung und Vorbedingung für die
spätere Erfüllung eines eigentlichen Lebensberufes betrachtet wird,
wie freilich die gesamte Erziehung überhaupt. Die gesamte Er-
ziehung kann ja nur dann als ein sinnvolles Thun angesehen
werden, wenn sie mit vollem Bewufstsein und planmäfsig das Ziel
im Auge hat und bei allen ihren Veranstaltungen verfolgt, den
Zögling zum Wirken in der menschlichen Gesellschaft und für die-
selbe tüchtig zu machen. Vor allem mufs diese Tendenz jedoch mit
dem Eintritte des Kindes in die Schule in den Vordergrund rücken;
denn die Schule bildet den Übergang vom eng abgeschlossenen
häuslichen zum grofsen öffentlichen Leben. Sie stellt sich als eine
bedeutsame Erweiterung des ersteren und als eine unmittelbare
Vorbereitung auf das letztere dar. In der Schule soll der Zög-
ling sich nützliches Wissen aneignen, etwas Tüchtiges lernen;
denn das künftige Leben erfordert eine grofse Summe von Kennt-
nissen von jedem Einzelnen als nützlichem Gliede der Gesamtheit.
In der Schule sollen ferner die intellektuellen Anlagen des Zög-
lings, formaliter genommen, bis zu einem gewissen Grade ausge-
bildet werden, damit er davon dereinst einen richtigen Gebrauch
im Dienste der Gesellschaftzwecke zu machen imstande sei. In
der Schule soll endlich der Zögling zum Arbeiten angehalten, an
ernste Arbeit gewöhnt werden. Er soll den Wert der Arbeit
schätzen lernen und zu der Einsicht geführt werden, dafs die
Arbeit allein dem Leben Wert verleiht; denn der Mensch ist dazu
bestimmt, ein Arbeiter am grofsen Werke der Volks- und der
Menschheitskultur zu sein. Darum ist auch nichts falscher und
verkehrter als die philanthropistische Manier, die Schularbeit zu
Spiel und Tändelei zu verflüchtigen. Vielmehr mufs den Kindern
gleich von vornherein klar entgegentreten, dafs ein bedeutsamer
Wendepunkt in ihrem Leben gekommen ist, sobald sie anfangen,
die Schule zu besuchen. Sie müssen einsehen, dafs es aulser dem
Spiel noch etwas anderes giebt, eben die Arbeit, und dafs diese
die Hauptsache ist, dals das Spiel nur Wert hat als Erholung von
der Arbeit. Das kann aber nur geschehen, wenn die Arbeit, welche
für das Kind in Betracht kommt, also die Schularbeit, auch wirk-
lich als Arbeit erscheint. Und noch eins: gerade heutzutage ist
es von grölster Wichtigkeit, dafs auch der Schüler der einfachsten
Volksschule begreifen lerne, dafs geistige Arbeit wirklich und
thatsächlich Arbeit, Arbeit in eminentem Sinne ist. Gerade in
unserer Zeit ist das wichtig, weil in weiten Kreisen des Volkes
die Ansicht verbreitet ist, dafs nur körperliche, nur Handarbeit