Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 4. Grenzen der Erziehung. 8CH00LMÜ8EUM
namige Geschlecht zu wirken, wenigstens spricht dafür die Irren-
Statistik. Baillarger hat gezeigt, dafs bei vorkoramender i
Geistesstörung der Eltern der Vater bei den Söhnen, die Mutter
bei den Töchtern das Übergewicht hinsichtlich der Vererbung
der Krankheit hat. Von 225 geistesgestörten Vätern vererbten
128 ihre Krankheit auf den Sohn, 97 auf die Tochter; von 346
geistesgestörten Müttern vei'erbten 197 die Krankheit auf die
Tochter, 149 auf den Sohn. Die nämlichen Resultate ergeben
sich aus der Irren-Statistik in Frankreich im Jahre 1860.
§ 4.
Was schliefslich noch die Hypothesen über das Wesen der
Vererbung betrifft, so sind dieselben aufserordentlich zahlreich;
aber auch hier hat die Wissenschaft noch lange nicht das letzte
Wort gesprochen. Die älteren Hypothesen über das Wesen der
Vererbung sind zu allermeist metaphysischer Natur und somit
nicht diskutabel. Das gilt z. B. von der bekannten christlichen
Hypothese und von den meisten philosophischen Hypothesen, wie
der eines Leibnitz u. a. m. Ein Eingehen darauf erübrigt sich
somit. In unserer Zeit sind es hauptsächlich zwei Hypothesen,
welche grossen Anklang und weite Verbreitung gefunden haben,
die Hypothese der Pangenesis, die Darwin, Owen und
Spencer vertreten, und die Hyjjothese der Polarigenesis,
die wir bei Weis mann finden. Um diese herum gruppieren
sich aber noch eine ganze Menge anderer mehr oder weniger davon
abweichender Hypothesen. Nach Ribot, der sich dabei an Lucas
anlehnt, ist die Erblichkeit eine Art spezifischen Gedächtnisses der
organischen Materie. His erblickt in der Vererbung eine Über-
tragung bestimmter Bewegungsvorgänge von den Eltern auf die
Kinder. Haeckel sucht im Gegensatz zu His die Vererbung
nicht nur ontogenetisch sondern auch phylogenetisch zu erklären;
sie ist ihm Übertragung der Plastidülbewegung, welche von Gene-
ration zu Generation durch das unbewufste Gedächtnis, das er als
die wichtigste Eigenschaft der organisierten Materie bezeichnet,
vermittelt wird. Wie bei Ribot ist demnach ebenfalls bei Haeckel
die Erblichkeit Gedächtnis; die Variabilität erklärt er als Fassungs-
kraft der Plastidüle. Ohne teleologisch-spekulative Voraussetzungen t
geht es also auch bei dem Naturforscher Haeckel nicht ab. I
Darwins Hypothese der Pangenesis besagt in Kürze etwa Fol-
gendes. Jede Zelle des Organismus erzeugt in jedem Entwickelungs-
zustande, den sie durchläuft, bis zum Absterben, Erstarren eigen-