Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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310 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
Thätigkeit, wovon jeder Beobachter der kindhchen Entwickelung
sich leicht genug überzeugen kann. Auch dann ist das noch der
Fall, wenn die Kindheit im engeren Sinne sich ihrem Ende
zuneigt, wenn also das Kind in die Schule eintritt. Das
kann uns ja auch gar keinen Augenblick lang Wunder
nehmen; man bedenke doch, wie reichhaltig die Wirklichkeit ist,
welche das Kind umgiebt, so reichhaltig und vielgestaltig, dafs es
eine ganze Reihe von Jahren nötig hat, um nur einigermalsen in
ihr sich zu orientieren, um blofs annähernd seine Neu- oder Wifs-
begierde zu befriedigen. Ein lebhafteres Erwachen und gleichzeitig
eine Verfeinerung und Läuterung der Phantasie beginnt erst
vom siebenten und achten Lebensjahre an sich bemerklich zu
machen; nunmehr treten die Phantasiespiele, welche zwar auch
bisher nicht vollständig gefehlt haben, ganz besonders in den
Vordergrund. Und auch hierbei verrät sich der Empirist im Kinde
noch fort und fort: das Spiel knüpft an das an, was das Kind
erlebt. Mit der Puppe wird „Babys Bronchialkatarrhes wird
„Zoologischer Garten" oder „Kaufmann" oder „Zirkus" u. dgL m.
gespielt.
Aus alledem geht deutlich hervor, dals es nicht opportun
ist, im Leben des Zöglings Abschnitte im Anschlufs an seine
geistige Entwickelung zu machen; denn es giebt in seinem Leben
eigentlich blofs einen einzigen Zeitraum, der mit Rücksicht auf
seine geistige Entwickelung eindeutig bestimmbar ist: das ist
eben die Zeit, da er reiner Empirist ist, die Zeit also bis zu
seinem dritten Lebensjahre ungefähr. Darauf geht des Kindes
geistige Entwickelung nach verschiedenen Richtungen hin aus-
einander, und wenn dann auch bald einmal diese bald einmal jene
Seite seiner geistigen Thätigkeit prävaliert, so geschieht dies doch
niemals in der Weise, dafs man daraus ein durchaus charakte-
ristisches Merkmal zur Benennung dieses oder jenes Lebens-Ab-
schnittes herzuleiten berechtigt wäre. Wo dies dennoch möglich
ist, wo diese Prävalenz so stark hervortritt, dafs sie als charakte-
ristisches Merkmal gelten kann, hat man es zumeist bereits mit
einem vom Durchschnitt abweichenden Zögling zu thun, handelt
es sich um eine besondere Veranlagung. Wollen wir das Leben
des Zöglings gliedern, die Erziehungsperiode in einzelne Ab-
schnitte zerlegen, so müssen wir uns dabei an des Kindes körper-
liche Entwickelung halten. Dieser gemäfs können wir das
Säuglings-, das Kindheits-, das Knaben- und Mädchen-
und endlich das Jünglings- und Jungfrauen-Alter unter-