Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 4. Grenzen der Erziehung. 8CH00LMÜ8EUM
ab jener Verfall des Geschlechtes ein, den wir so deutlich in den
Reihen des Adels beobachten können. Ich erinnere nur an die
Nachkommen Goethes. — Endlich möchte ich noch darauf hin-
weisen, dals wie Talent und Wahnsinn so auch lasterhafte und ver-
brecherische Anlagen sich vererben können mit all den in ihrem
Gefolge auftretenden Ausschweifungen und Krankheiten. Vor-
nehmlich die Trunksucht ist in höchstem Mafse vererblich mit
all den Zerrüttungen, die sie zur Folge hat: die Kinder von
Trinkern sind sehr häufig auch Trunkenbolde und fast immer
elende, kränkliche und schwächliche Geschöpfe. In welch grauen-
voller Weise durch die Vererbung lasterhafter Anlagen Generationen
auf Generationen vergiftet, vernichtet und dem Verderben in die
Arme getrieben werden können, das ersieht man mit erschrecken-
der Deutlichkeit aus den Beispielen, welche der grofse Pariser
Romancier Emile Zola in seinem Roman-Zyklus uns vor Augen
führt, in dem er die Schicksale der Familie Rougon - Macquart
erzählt. Auf der blofsen Phantasie beruhen diese Angaben Zolas
keineswegs, ganz sicher nicht. Zola ist immer erst Reporter, ehe
er einen Roman verfafst; mit Notizbuch und Bleistift in der
Hand sammelt er Thatsachen, und er nimmt es mit diesen That-
sachen sehr genau. Aufserdem bringt für die gemachten Angaben
Lombroso in seinem Buche „Genie und Irrsinn* eine
ganze Fülle von Beweismaterial bei, ferner auch L e g r a i n in
seinem Werke „Hérédité et Alcoolisme". Hier finden
wir u. a. folgenden Fall verzeichnet. Ein Dipsomane war 8 mal
wegen Säuferwahnsinns im Irrenhause gewesen. Er hatte 9
Kinder; 3 starben gleich nach der Geburt an allgemeiner Schwäche,
1 starb nach einem Jahre an Konvulsionen, die 5 anderen leiden
an Zittern der Glieder. Sein Vater war ein Trunkenbold gewesen
und hatte sich erhängt. Die Mutter war Trinkerin; Bruder und
Schwester sind ebenfalls Trinker. Auf S. 348 finden wir dieses
Beispiel mitgeteilt:
Grofsvater, Trinker
Vater, Trinker Mutter, Onkel, Trinker
8 Kinder im Alter von 1 Trinker 3 andere Geschwister
5 Monaten bis 2 Jahren an geistig gestört.
Konvulsionen gestorben.
Und Martin konnte bei 60 von 83 weiblichen Epileptikern /
Alkoholismus der Eltern nachweisen.