Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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290 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
als dies jetzt geschieht, ja ganz regelmäfsig Erziehungs-Probleme
erörtern: häufige Arbeiten aus den Federn tüchtiger Fachleute in
den Zeitungen, welche alle Welt liest, würden gewifs grofsen
Nutzen stiften können. Das andere Mittel, das wichtigere und
bedeutsamere, ist aber das, dafs man schon bei der Erziehung der
Heranwachsenden darauf Rücksicht nimmt, sie mit pädagogischen
Einsichten auszurüsten. Und nicht nur dies, sondern dafs man
sie auch an praktische erzieherische Thätigkeit gewöhnt. Die
pädagogischen Belehrungen würden dem Fortbildungsschul-
Unterrichte der obersten Stufe parallel zu laufen haben. Und
zwar bin ich der Meinung, dafs hierbei keine Scheidung nach
Rang und Stand und nach Geschlecht eintreten dürfte; denn an
der Erziehungs-Arbeit sind alle Glieder des Volkes, sind Männer
und Frauen gleicherweise beteiligt: sie alle sollen diese Arbeit
als eine sehr ernste und wichtige Sache auffassen lernen, sollen
es lernen, Schulter an Schulter für das Ideale zu kämpfen und
Hand in Hand miteinander zu gehen. Also Reiche und Arme,
Vornehme und Geringe, Jünglinge und Mädchen sollen gemeinsam
an diesen pädagogischen Kursen, die durchaus obligatorisch
sein müfsten, teilnehmen. Weiterhin werden aber auch pädago-
gische Belehrungen in den volkstümlichen Kursen, welche den voll-
erwachsenen Gliedern des Volkes zur Fortbildung Gelegenheit zu
geben haben, eine Stätte finden müssen.
Ich sagte jedoch vorher, dafs nicht nur Belehrungen über
Erziehungs-Fragen am Platze seien; sondern dafs die Heran-
wachsenden auch zur praktischen Bethätigung herangezogen
werden sollen. Einerseits kann das innerhalb der Familien ge-
schehen und geschieht ja da auch thatsächlich vielfach. Ander-
seits haben namentlich die Anstalts-Erzieher Gelegenheit,
ältere Schüler und Schülerinnen dazu anzuhalten, auf ihre jüngeren
Genossen und Genossinnen erzieherisch einzuwirken. Auch in der
Schule kann dies bisweilen ganz gut geschehen und desgleichen
bei den sonstigen Erziehungs - Einrichtungen, den genannten
freieren Vereinigungen zu Erziehungs - Zwecken. Endlich
möchte ich darauf aufmerksam machen, dafs ein grofses und frucht-
bares Feld zur Übung in praktisch-pädagogischer Hinsicht nament-
lich in den für das vorschulpflichtige Alter bestehenden öffent-
lichen Erziehungs - Institutionen offensteht. Vor allem kommen
dabei die jungen Mädchen in Betracht; denn das ist ja ganz sicher,
dals bei den aufserordentlich hohen Arbeitsanforderungen an die
männlichen Kräfte heutzutage der Löwenanteil an der häuslichen