Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
286 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
der öffentlichen Erziehung vorkommen. Jeder wendet sich dem-
jenigen Zweige derselben zu, der seinen Neigungen und Fähig-
keiten am meisten und besten entspricht, und versieht in dem-
selben die Funktionen, zu denen er Lust und Anlage besitzt.
Einer ist dabei genau soviel wert wie der andere, wenn er nur
seine Geschäfte mit Geschick, mit Einsicht, mit liebevoller Hin-
gabe versieht. Die jetzt unter den öffentlichen Erziehern be-
stehenden Rang- und sonstigen Unterschiede sind in höchstem
Grade bedauerlich. Nicht nur dafs dadurch eine betrübliche ge-
sellschaftliche Spaltung und Zersplitterung herbeigeführt wird; das
wäre noch das Wenigste: man mufs ein sehr beschränkter Mensch
sein, wenn man z. B. als Gymnasial-Lehrer etwas Besseres zu sein
glaubt denn ein Volksschullehrer, und diese verlieren somit nichts,
wenn sie des Umganges solcher verlustig gehen. Aber es würde
von gröfstem materiellen und ideellen Nutzen sein, wenn alle be-
rufsmäfsigen Erzieher einig wären und als eine einzige ge-
schlossene Macht auftreten könnten. Sie vermöchten dadurch
einerseits stets in nachdrücklichster Weise für eine angemessene
Gestaltung ihrer Stellung mit Rücksicht auf Einkommen und An-
sehen einzutreten; anderseits würde die Beseitigung aller Unter-
schiede innerhalb der grofsen Klasse der berufsmäfsigen Erzieher
das Aufhören des Strebertums in derselben zur Folge haben, das
nirgends weniger am Platze ist, nirgends unangenehmer, ja wider-
licher berührt als eben hier. — Im einzelnen sind noch folgende
Punkte hervorzuheben. Wer Erzieher von Beruf werden will,
gleichviel ob Mann oder Frau, absolviert zunächst das Gym-
nasium und besucht dann die Universität, um hier in die
theoretische Pädagogik nebst ihren Grund- und Hilfswissenschaften,
unter denen besonders zu betonen sind: biologisch fundierte Ethik,
physiologische, überhaupt allgemeine empirische Psychologie und
Geschichte der Pädagogik, eingeführt zu werden. Die angehenden
Volksschullehrer haben zudem ihre auf dem Gymnasium erworbene
allgemeine Bildung noch in den für sie wichtigen Stücken:
Deutsch, Geschichte, Staats- und Naturwissenschaften, Geographie,
zu vertiefen, während die zukünftigen Lehrer an den höheren
Lehranstalten sich mit einzelnen Fächern, wie namentlich mit
Mathematik und Sprachen, eingehender zu beschäftigen haben.
Die sonstigen berufsmäfsigen Erzieher haben sich aufser ihrer all-
gemein pädagogischen Ausbildung noch entweder das besondere
Studium der Hygiene angelegen sein zu lassen, oder sie besuchen
noch Turn-, Spiel-, Handfertigkeits-Kurse u. dgl. m. Nach Be-