Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 32. Die Subjekte oder Träger der Erziehung. 283
gestellt werden: aller Unterricht wirkt „erziehlich", wenn er nur
gut ist. Denn das ist das ganze Geheimnis, das ist die erste und
hauptsächliche Pflicht des Lehrers, einen guten Unterricht zu
geben." Und ferner sagt er: „Die Schule, behauptet man, soll
mehr erziehen als unterrichten, jedenfalls soll ihr Unterricht ein
„erziehlicher" sein; und zu dem Behuf mufs sie vor allem mehr
als bisher in der Behandlung ihrer Schüler individualisieren. Wenn
ich dem gegenüber sage: die eigentliche Aufgabe der Schule ist
der Unterricht, und das Wesen der von ihr geübten Erziehung
liegt vielmehr im Generalisieren nicht im Individualisieren, so
ist das freilich etwas kategorisch ausgedrückt und auf den Wider-
spruch zugespitzt; aber im Grunde ist es doch meine Meinung."
Die Subjekte oder Träger der Erziehung.
§ 32.
Die Frage, welche jetzt beantwortet werden mufs, ist die:
wen haben wir als Träger der Erziehung zu betrachten? Bis-
her sind als solche bezeichnet worden die Eltern, ferner die
Lehrer, die Leiter der Schulerziehung, und endlich diejenigen
Personen, welche den Turn-, Spiel-, Lesevereinigungen
vorsteh en, und denen es obliegt, die gemeinsamen Aus-
flüge und Reisen dieser oder jener Zöglings-Gruppen zu
bewerkstelligen und zu beaufsichtigen. Diese Aufzählung
genügt jedoch noch keineswegs; vielmehr ist die aufgeworfene
Frage ganz kurz dahin zu beantworten, dafs man sagt: alle
Menschen sind Träger der Erziehung. Erinnert man sich
dessen, was ich über die Wichtigkeit, die Einwirkungen und Ein-
flüsse des Menschen-Milieus ausgeführt, dafs ich gezeigt habe,
von wie grolser Bedeutung dasselbe für die geistig-leibliche Ent-
wickelung des Kindes ist, so wird man jene Antwort ganz gerecht-
fertigt finden. Dabei ist allerdings eine grofse Schwierigkeit zu
überwinden: wenn alle Menschen Erzieher zu sein bestimmt sind,
so mufs dafür Sorge getragen werden, dafs sie sich dessen
voll und klar bewufst werden, und dafs sie etwas von
Erziehung verstehen, damit sie nicht einfach dilettantisch-
naturalistisch darauf loswirtschaften. Wird sich dergleichen er-
möglichen lassen? wird es möglich sein, thatsächlich allen Men-
schen eine gewisse pädagogische Ausbildung zuteil werden zu
lassen? Ich meine: ja. Sehen wir zu auf welche Weise.