Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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260 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
einigung hauptsächlich die Übung der Bewegungsorgane
zu; die Spiel Vereinigung hat, wie schon ihr Name andeutet,
die Pflege des Spiels zum Zweck. Bei Reisen und Aus-
flügen kommt es einerseits ebenfalls auf Übung der Bewegungs-
organe, femer auf leibliche Pflege, namentlich sofern es sich
dabei um Abhärtung handelt, endlich aber auch auf Belehrung
und auf Bildung der intellektuellen Vermögen, besonders
der sinnlichen Anschauung, an. In der Lesevereinigung
steht die Belehrung selbstverständlich ebenfalls im Vordergrunde,
wenn schon nach einer bestimmten Richtung hin, indem daselbst
der Hauptnachdruck auf die Lektüre der sogenannten schönen
Litteratur zu legen ist.
Die Leitung des Hauptbestandteiles der öffentlichen, also der
Schulerziehung liegt in den Händen der Schulerzieher, der
Lehrer; die übrigen öffentlichen Erziehungsinstitutionen
sind dagegen wieder anderen Personen, besonderen Leitern
zu übertragen. Eine derartige Spezialisierung erscheint einerseits
schon als im Interesse der Sache selbst geboten; anderseits heischt
die Rücksichtnahme auf die den Menschen zur Verfügung stehenden,
immer nur beschränkten Kräfte eine Entlastung der Schule, ver-
bietet noch weitere Arbeitszuweisungen an die schon genugsam
in Anspruch genommenen Schulerzieher. Überlastung derselben
untergräbt mit Naturnotwendigkeit ihre Gesundheit und ihre Be-
rufsfreudigkeit; und wer möchte in Abrede stellen, dafs ihnen
diese in noch höherem Grade nötig ist als Leuten in anderen
öffentlichen Stellungen. Auch ist zu bedenken, dafs die Lehrer
der freien Zeit bedürfen, um mit der fortschreitenden Wissenschaft
gleichen Schritt halten zu können. Geschieht das nicht, sind sie
daran durch das Übermafs ihrer beruflichen Geschäfte verhindert,
so wird ihre ganze Thätigkeit hinfällig.
Und nun noch ein Wort über das Verhältnis der häus-
lichen zur Schulerziehung im besonderen. Ich habe vorher
darauf hingewiesen, dals jener Hauptdomäne im Verlaufe der
Erziehungsarbeit schliefslich die Zucht ist, während diese den
Hauptnachdruck auf den Unterricht zu legen hat: dort also
Charakter-, Gemüts-, hier intellektuelle Bildung. Wie auf
allen Gebieten kultureller Thätigkeit so führt eben auch auf dem
der Erziehung einzig und allein eine systematische Arbeits-
teilung zum Ziele. Für die hier vorgenommene lassen sich sehr
triftige und durchschlagende Gründe geltend machen. Der Charakter
kann nur durch Gewöhnung, also durch stetige Einwirkung