Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 29. Häusliche und öffentliche Erziehung. 259
SO tritt derselbe natürlich hier blofs in Gestalt der Unterhaltung
auf, von der jede Pedanterie, jedes aufdringliche Belehrenwollen
ferngehalten werden muls. Die häusliche Erziehung bedient
sich somit aller Erziehungs-Funktionen, nur einer in mehr
nebensächlicher Weise, nämlich des Unterrichtes. Dieser wird die
Hauptfunktion eines der Bestandteile der öffentlichen Erziehung,
die, sobald der Zögling das siebente Lebensjahr erreicht hat, zu der
häuslichen hinzukommt. Von jetzt an macht sich überhaupt eine
Verteilung der verschiedenen Erziehungs-Funktionen
geltend; ja noch mehr: diese selbst differenzieren sich noch mannig-
fach. Für die häusliche Erziehung sind allerdings auch jetzt noch
alle fünf Funktionen in Betracht zu ziehen. Aber bei der Pflege
hat sie nunmehr ihr Hauptaugenmerk auf deren körperliche Seite
zu richten. Was die Übung betrifft, so beschränkt sie sich in Zu-
kunft darauf, des Kindes formal-gesellschaftliches Benehmen zu
regeln. Bezüglich des Spieles ist zu bemerken, dals sie dem Kinde
vornehmlich Gelegenheit, mit stillen Spielen sich zu beschäftigen,
zu geben hat. An der Belehrung des Zöglings begnügt sie sich
im grofsen und ganzen insofern mitzuarbeiten, als sie ihm ange-
messene Lektüre zuführt. Ihre Hauptdomäne ist nunmehr die
Zucht; ihr Streben ist jetzt vor allem darauf gerichtet, den
Charakter des Kindes zu bilden. — Was die öffentliche Er-
ziehung anlangt, so ist, wie bereits hervorgehoben wurde, deren
umfassendster Bestandteil die Schule; dieselbe hat es vor allem
mit der Bildung des Intellektes der Heranwachsenden zu thun:
ihr eigentlichstes Gebiet ist somit der Unterricht. Von den
übrigen Erziehungsfunktionen kommt jedoch das eine oder andere
Stück auch für sie in Betracht, von der Pflege namentlich die
Fürsorge für des Zöglings normale geistige Entwickelung, von
der Übung dasjenige, was ich vorher als Übung der intellek-
tuellen Vermögen bezeichnete. Auch diese und jene Seite der
Zucht hat sie zu berücksichtigen, im besonderen darauf hin-
zuwirken, dafs der Zögling sich willig in den erweiterten
Lebenskreis einfüge und dessen Ordnung respektiere,
nicht störe. In gewisser Beziehung darf die Schule endlich auch
die körperliche Pflege nicht unberücksichtigt lassen; überhaupt
haben darauf alle Bestandteile der öffentlichen Erziehung stets zu
achten, ebenso wie auf die Zucht, welche in der nämlichen Weise
zu berücksichtigen ist, wie ich dies bezüglich derSchulerziehung schon
kurz angedeutet habe. Was die sonstigen Bestandteile der öffent-
lichen Erziehung im einzelnen angeht, so kommt der Turnver-
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