Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
258 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
§ 30.
Es fragt sicli nun, welches die Bestandteile der öffent-
lichen Erziehung sind, wobei ich mich an dieser Stelle auf
eine summarische Aufzählung derselben beschränken mufs; da, wo
ich von der Organisation der öffentlichen Erziehung sprechen
werde, wird dieser Punkt abermals und dann eingehender er-
örtert werden. Der umfänglichste Bestandteil der öffentlichen
Erziehung ist die Schule. Mit dem Eintritte des Kindes in die
Schule beginnt zudem der Hauptsache nach erst das Nebeneinander
von Einzel- und Massen-, von häuslicher und öffentlicher Erziehung.
Allerdings giebt es bekanntlich auch für das vorschulpflichtige
Alter Institutionen, z. B. Kindergärten, welche in dieser Zeit bereits
ein Nebeneinander der beiden Arten der Erziehung bedingen;
doch sind dieselben nicht von so allgemeiner Bedeutung wie die-
jenigen Einrichtungen, welche nach erfolgtem Eintritt des Kindes
in die Schule sich desselben bemächtigen. . Aufser der Schule
kommen nämlich noch in Betracht Spiel-, Turn- und Lese-
vereinigungen, gemeinsame Ausflüge und Reisen u. a. m.
Wie stellt sich da im einzelnen das Verhältnis der häuslichen
zur öffentlichen Erziehung in deren angedeutetem Umfange dar?
Welche besonderen Aufgaben sind dieser, welche jener zuzuweisen?
Wie verteilen sich die verschiedenen Erziehungs-Funktionen auf
die erstere und auf die letztere und deren einzelne Bestandteile?
Ich gehe bei Beantwortung dieser Fragen von der häuslichen Er-
ziehung aus.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, dafs die Erhaltung der
Gesundheit derjenige Gegenstand ist, welchen die Natur der Sorge
eines jeden Individuums zuerst und vornehmlich anempfiehlt. Solange
der Mensch noch nicht selbst diese Sorge übernehmen kann, solange
müssen andere das für ihn thun, d. b. der Familienerziehung
vorzüglichste und wichtigste Funktion ist, anfänglich
wenigstens, die Pflege Ja, in den ersten Monaten der Kindheit
ist dieselbe nicht nur die hauptsächlichste, sondern die einzige
Funktion, die zu erfüllen ist; zunächst äufsert sich die Erziehung
in gar keiner anderen Form als eben in der der Pflege. Bald jedoch
gesellt sich zu ihr die Übung hinzu in, wie wir wissen, lang-
samer Stufenfolge, als Übung der Sinne und der Bewegungsorgane,
dann der intellektuellen Vermögen und des formal-gesellschaft-
lichen Verhaltens des Kindes. Sobald es so weit gekommen ist,
treten ebenfalls Zucht und Unterricht in Kraft, während das Spiel
schon früher seinen Anfang nimmt. Was den Unterricht betrifft.