Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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27 I- Teil. Die pädagogischen GrundbegriflFe.
Eduard von Hartmann sein metaphysisches Prinzip, das Unbe-
■wufste, zum Korrektiv der Variabilität, Schopenhauer das seinige,
den idealen Willen, indem er behauptet, nach dem Willen jedes
Tieres habe sich sein Bau gerichtet. Baer spricht von der „Ziel-
strebigkeit der Natur"; Fortlage und Fichte in seiner „Wissen-
schaftslehre" reden von zweckmälsig wirkenden Trieben. Kant
erblickte in dem morphologischen Bildungstriebe eine von innen
heraus zweckmäfsig organisierende Thätigkeit. Nach Kölliker
ist die gesamte Entwickelung durch innere, in den Organismen
selbst liegende Ursachen vorgezeichnet. Ebenso lassen Ulrici
und Hub er das Entwickelungsgesetz durch innere Anlagen vorher-
bestimmt sein. Nägeli geht von der Voraussetzung einer den
Organismen inhärenten Neigung zur progressiven Entwickelung
aus. Auf noch viele andere, mehr oder weniger hochfliegende
derartige teleologische Spekulationen stofsen wir in der Litteratur;
aber es ist zwecklos, weiter darauf einzugehen. Wir wissen über die
Grenzen der Variabilität noch nichts; dies Problem ist noch immer
trotz all der an seine Lösung gewandten Mühe und Arbeit und trotz
all der mehr oder weniger geistreichen Erörterungen von Philo-
sophen und Naturforschern ungelöst, geradeso wie letzten Endes
das der Variabilität selbst. Nur das läfst sich wohl als fest-
stehend bezeichnen, dafs die organische Materie mit zweierlei Arten
des Wachstums begabt ist, indem sie direktes und indirektes
Wachstum besitzt; jenes vertritt das mehrende, dieses das ordnende
und sondernde, differenzierende Prinzip. Das direkte Wachstum ist
zu betrachten als die Reaktion der organischen Materie auf äufsere
Reize. Dieselbe bekundet sich in gesteigerter Expansion oder in
einer Änderung der chemischen und der davon abhängigen physio-
logischen Beschaffenheit der Elementar-Organismen. Änderungen
der äufseren Verhältnisse können dabei modifizierend auf die
chemische Konstitution bestimmter Teile wirken, welche Modi-
fikationen dann wieder morphologische und physiologische Ände-
rungen nach sich ziehen. Aber die hauptsächlichste Modifikations-,
die eigentliche Differenzierungsarbeit, also die Variabilität beruht
avif dem indirekten Wachstum, der Fähigkeit der Lokalisation der
ursprünglich im Protoplasma der Zellen zerstreuten Kraftzentren
zu begrenzten Funktionsherden, je nach der spezifischen Beschaffen-
heit dieses Vermögens und der Art der Alterationen, denen es
unter dem Einflüsse kosmischer und tellurischer Änderungen aus-
gesetzt ist.