Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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250 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
der erzieherischen Individualisierung reicher entfalteten Kräften der
Gesamtheit, aus welcher sie hervorgegangen, freudig und ziel-
hewufst hingeben, znrückgeben können. Das geschieht aber auch
in hinreichendem Mafse durch das Nebeneinander von häus-
licher und öffentlicher Erziehung; noch darüber hinaus-
gehende Forderungen sind nichts anderes als Konzessionen, welche
man dem Ehrgeize oder dem Egoismus der Regierenden macht.
Um nichts anderes handelt es sich dabei, durchaus nicht, wiewohl
man es mit Emphase behauptet, um die Verstärkung der Liebe zur
Heimat, der Treue gegenüber dem Vaterlande; deren kräftigste
W^urzel ist vielmehr die Liebe zum Hause. Der häusliche Herd,
die Familie, wie in diesem Kreise leicht sich entwickeln Arbeit-
samkeit und Opferwilligkeit, Selbstvertrauen und Zufriedenheit, so
gedeiht auch in ihm die Liebe zur Gemeinde, zur Heimat, zum
Vaterlande. Kommt dabei u. a. doch das zwar äufserlich erscheinende,
aber recht bedeutsame Moment in Betracht, dals wir schon frühe
die Beobachtung machen, dafs Wohlstand und Sicherheit derer,
welche wir von Natur aus am meisten lieben, unserer Ange-
hörigen , von des Vaterlandes Wohlstand und Sicherheit ab-
hängen.
Doch es gilt, die Berechtigung der häuslichen, der elterlichen
Erziehung noch im einzelnen nachzuweisen, zu zeigen, dafs sie
unendlich viel wertvoller als die Anstalts- und auch als die
Hofmeistererziehung ist; dafs sie in keiner Weise weder durch
diese noch durch jene ersetzt werden kann, weil sie das Natür-
liche, das den menschlichen Bedürfnissen und Verhältnissen Ent-
sprechende ist und Vorzüge aufzuweisen hat, die durch nichts
aufgewogen werden können. Durch die Geburt wird der Mensch
hineingestellt in einen ganz bestimmten Ausschnitt der mensch-
lichen Gesellschaft, in ein Volk, innerhalb desselben aber wieder
in einen der kleinen, der konstitutiven Lebenskreise, auf denen
sich das nationale Gesamtleben aufbaut, in eine Familie. Zwischen
dem Neugeborenen und seinen Eltern besteht ohne Zweifel infolge
der Vererbung der engste Zusammenhang; die Beziehungen des
Kindes zu den weiteren Lebenskreisen, zu dem Volke, dem seine
Eltern angehören, zu der Rasse, von der das betreffende Volk
einen Teil ausmacht, zu der Menschheit, werden durch die Eltern
vermittelt. Diese verbindet mit dem Kinde das Band der zärt-
lichsten Liebe; sie sehen in ihm nicht blofs ihr Fleisch und Blut,
nicht nur einen Erben ihres materiellen Besitzes, sondern auch
einen solchen ihrer geistigen Anlagen und Fähigkeiten, dem die-