Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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244(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
oder weniger bestimmten Umrissen von dem Hintergrunde des
Gesamtgeistes abhebt, eine selbständige Realität repräsentiert,
welche sich darin äufsert, dafs von dem betreffenden Verbände
eine sowohl auf die in ihm enthaltenen Individuen als auch auf
die ihm übergeordneten Lebenskreise einwirkende selbstthätige
Kraft ausgeht, so ist derselbe doch nur ein Teil des Gesamtgeistes
in besonders konkreter Fassung.
Die Thätigkeit der sozialen Psyche in ihrer Gesamtheit wie
in ihrer Gliederung äufsert sich in der Schaffung, Erhaltung und
Umbildung der Lebensformen, der individualen wie der sozialen,
von denen jene zu diesen im Verhältnisse des Mittels zum Zweck
stehen. Diese Lebensformen sind teils materieller teils ideeller
oder geistiger Natur und liegen als solche auf den Gebieten der
rein intellektuellen, der ästhetischen, der moralischen und der
formal-gesellschaftlichen Kultur. In materieller Hinsicht handelt
es sich um die Nutzbarmachung der gegebenen natürlichen Lebens-
bedingungen zum Wohle und Gedeihen des Einzelnen und der
Gesamtheit, besonders um entsprechende wohnliche Unterbringung
und Ernährung, überhaupt um alles, was sich auf des Lebens
Notdurft bezieht, was die Gesundheit zu erhalten und zu fordern
geeignet ist. Nur solche Lebensformen, welche diesem Zwecke
dienen, zu schaffen, mufs sich die soziale Psyche angelegen sein
lassen; bei Änderung und Verschiebung der natürlichen Lebens-
bedingungen hat sie demgemäfse Umwandlungen vorzunehmen.
Die Festsetzung der materiellen Lebensformen ist, wie von selbst
einleuchtet, von gröfster, von fundamentaler Wichtigkeit für die
gedeihliche Entwickelung des ganzen Lebens der Gesamtheit wie
des Einzelnen; nur auf der sicheren Grundlage ange-
messener materieller Lebensformen können haltbare
Lebensformen ideeller oder geistiger Art errichtet wer-
den: ohne jene Grundlage ist dieses geistige Gebäude einem auf
Sand gebauten Kartenhause vergleichbar, das jeder Windstofs
umwerfen kann. Was die geistigen Lebensformen oder die
geistige Lebensgestaltung anlangt, so kommt es darauf an, solche
Vorkehrungen zu treffen, welche nach den genannten Richtungen
hin für die Entwickelung des Einzel- wie des Gesamtgeistes
gleich förderlich sind. Somit gilt es, auf einer allseitig gesunden
materiellen oder, was in diesem Falle dasselbe bedeutet, wirtschaft-
lichen Basis alle jene feineren Lebensformen in einer Weise aus-
zubilden, dafs sie die Lebenserhöhung nicht nur nicht erschweren
und hindern, sondern sie vielmehr erleichtern und ihr nach Mög-