Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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238(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
stehen, am wenigsten, je feiner, köstlicher und herrlicher dieselben
sind. Das mufs lähmend wirken; das mufs „müde Seelen"
machen. Demnach mufs, soll die Kultur überhaupt nicht ganz
und gar in Frage gestellt werden, der Gegensatz zwischen Masse
und einzelnen, über die Masse turmhoch hinausragenden, höchst
gebildeten, verfeinerten und kultivierten Individuen verschwinden.
Möglich ist das nur in befriedigender, dem Zweck der
Evolution entsprechender Weise durch die Hebung des Niveaus
der Masse, dadurch also, dafs die Erziehung alle Menschen zu
„Personen" macht. Erst wenn dies geschieht, wird es wieder eine
Lust sein zu leben und zu schaffen, erst dann wird wieder jeder
der Gemeinschaft froh werden und freudig seine Kräfte in ihren
Dienst stellen. Alles zu Hoffende ist somit eine Erziehung, welche
personalistisch und sozial im Hinblick auf das Volksganze ist.
Stniktnr und Organisation der sozialen Psyclie und ihre
allgemeinen und besonderen Funktionen: die Mittel der
sozialen Erziehung.
§ 28.
Die Aufgabe des Menschen, an der Erhaltung und Vervoll-
kommnung der Gattung mitzuarbeiten, erscheint, wie wir schon
früher gesehen haben, für das praktische Leben in gewisser Hin-
sicht eingeschränkt. Der Abstand zwischen der Menschheit und
dem Individuum ist ja viel zu grofs, als dafs von bestimmten Be-
ziehungen zwischen ihm und ihr gesprochen werden könnte: so-
mit kann sie nicht in erster Linie sondern nur letzten Endes,
nicht unmittelbar sondern nur mittelbar in Betracht kommen.
Der Mensch ist nicht Mensch schlechtweg; vielmehr wird er durch
seine Geburt in einen bestimmt umgrenzten menschlichen Kreis
hineingestellt, der blofs einen kleinen Ausschnitt der menschlichen
Gesellschaft in ihrer Gesamtheit, der Gattung bildet, nämlich in
ein Volk. In diesem aufwachsend, individualisiert er sich allmäh-
lich mit Hilfe der ihm von demselben gebotenen Bildungsmittel,
welche seiner Wesenheit ein Gepräge verleihen, vermöge dessen
er leicht von den Angehörigen anderer Völker zu unterscheiden
ist, und die seiner Bethätigung von vornherein eine ganz be-
stimmte Direktive geben, indem sie bewirken, dals er der Gemein-
schaft, von welcher er ausgegangen ist, wiederum seine Kräfte