Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
oder Singen von längeren Zaubersprüchen oder Liedern zu unter-
stützen: diese werden auswendig hergesagt oder gesungen, die auf
Stäbe, Birkenrinde oder anderes Material gemalten Bilder sollen
nur kurz die einzelnen Verse der Reihe nach andeuten, sind also
blofse mnemotechnische Hilfsmittel — mehrere solcher indianischer
Dokumente nebst den Gesängen, auf die sie sich beziehen, teilt
Schoolcraft mit. — Die hieroglyphischen Inschriften der alten
Ägypter sind bekanntlich auch Bilder-Inschriften, indem sie aus
Figuren lebendiger und lebloser Gegenstände bestehen und Men-
schen und Tiere und Teile derselben. Pflanzen und Himmelskörper,
Wafl'en und Werkzeuge und Artikel der mannigfachsten Art dar-
stellen. Aber nicht alle diese Figuren sind hier als Bilder zu
verstehen und zu lesen; manche sind als phonetische Zeichen und
manche sogar direkt als Buchstaben aufzufassen, wie auch die
alten Mexikaner bereits das Bild eines Gegenstandes gebraucht
haben, um den Klang der Wurzel oder der ungefähren Form
seines Namens auszudrücken: so zeichneten sie eine Hand, ma,
nicht um eine Hand, sondern den Laut ma oder Zähne, tlan, nicht
um Zähne, sondern den Laut tlan auszudrücken. Auch die Chinesen
machten den Fortschritt von Bildern zu phonetischer Schrift. Aus
der Bilderschrift entstand dann allmählich die Buchstabenschrift,
als, wie in den altägyptischen Hieroglyphen, einzelne Bilder als
blofse Buchstaben zu gelten anfingen. Diese Schreibkunst scheinen
die Phönizier von den Ägyptern überkommen und weiter den
Griechen mitgeteilt zu haben, wobei nicht ausgeschlossen ist, dafs
die Phönizier die Charaktere, welche die Ägypter für besondere
Buchstaben brauchten, erheblich modifizierten, vielleicht teilweise
sogar durch ganz neue ersetzten. Mit fortschreitender Abschleifung
und Vereinfachung stellte die Buchstaben- und Wortschrift schliefs-
lich ein aufserordentlich bequemes und verläfsliches Mittel zur
Überlieferung kultureller Errungenschaften dar, ein Mittel, das
auf allen Gebieten des menschlichen Geistlebens eine Aufhäufung
von Schätzen ermöglichte, wie das mündliche Tradition niemals
in gleichem Umfange und in der nämlichen Reichhaltigkeit ver-
mocht hätte. Beide, Sprache und Schrift, auf dem Ver-
kehrs- und dem Mitteilungs-Bedürfnisse der Menschen
beruhend und wie im Gemeinschaftsleben entstanden
so auch in ihm fortentwickelt, sind somit die festen
Stützen der Kultur, nicht zum wenigsten dadurch, dafs
sie jede Einzelleistung ebenfalls in Gemeinbesitz über-
zuführen imstande sind und fort und fort thatsächlich