Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
Wie bald zur Geberdenspracbe die Lautspracbe hinzugetreten
ist, wissen wir selbstverständlich ebensowenig, wie wir eine
Ahnung davon haben, auf Grund welcher Einflüsse im Hirn jene
oben erwähnte Entwickelung sich vollzogen hat, und auf welche
Weise die Bedingung der Lautsprache in demselben zustande ge-
kommen ist. Diese Bedingung fehlt dem tierischen Hirn eben-
falls; sie ist im menschlichen Hirn dagegen gegeben durch die
besonderen Verbindungen der Stimm- und der Gehörnervenfasern,
welche in der Entwickelung des den Insellappen und die Grenzen
der Sylvischen Spalte einnehmenden Rindengebietes zu erkennen
sind. Jedenfalls sind die Geberden- und die Lautsprache lange
Zeit nebeneinander hergegangen, derartig, dafs eine Reihe ein-
und auch, sofern sie mehrsilbige Schalleindrücke nachahmten,
mehrsilbiger Laute, von Geberden begleitet, konkrete Vorstellungen
ohne weitere grammatische Beziehungen ausdrückten. Die so
entstandenen Klanggeberden wurden, in einer redenden
Gemeinschaft ausgebildet, deren gemeinsames Eigen-
tum und erlangten damit die Eigenschaft von Sprach-
wurzeln. Jenes ursprüngliche Zusammengehen von Sprachlaut
und Geberde scheint es bewirkt zu haben, dafs die Wurzeln der
Lautsprache sich in die nämlichen Gruppen wie die Zeichen der
Geberdensprache scheiden: den demonstrierenden und imitierenden
Bewegungen entsprechen hinweisende und nachahmende Laute,
bezw. die demonstrativen und prädikativen, die Deute- und die
Nennwurzeln der linguistischen Klassifikation. Zu den letzteren
als den Analoga der nachbildenden Geberden gehören alle die-
jenigen, bei welchen die Onomatopöie, als direkte wie auch als
indirekte, wirksam gewesen ist, wodurch irgendein Bestandteil
der Vorstellung herausgegrifi'en und durch einen charakteristischen
ein- oder mehrsilbigen Laut bezeichnet wurde, während die demon-
strativen Wurzeln, „eine kleine Klasse unabhängiger Radikale",
einfach hinzeigen, einfach die Existenz ausdrücken „unter gewissen
mehr oder weniger bestimmten örtlichen oder zeitlichen Präscrip-
tionen", wie Max Müller in seinen „Vorlesungen über die
Wissenschaft der Sprache" sich äufsert. Nehmen wir als
Typen solcher Worte wie „hier, dort, dies, jenes, du, er", so
leuchtet ein, dals, da diesen abstrakten Symbolen der bestimmte
Gegenstand überhaupt fehlt, keinerlei Zusammenhang mit irgend-
welcher unmittelbaren oder mittelbaren Lautnachahmung eines
Gegenstandes bestehen kann. „Wahrscheinlich beruht hier der
Laut, gleich der begleitenden Geberde, nur auf einer hinweisenden