Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 21. Die sozialen Lebenskreise in ihrer Entstehung u. Entwickelung. I53
Geomoren oder Ackerbauer und Demiurgen oder Handwerker ohne
Rücksicht auf Gens, Phratrie und Stamm vorgenommen, eine feste
Zentralregierung in Athen eingesetzt und den Eupatriden, den
grofsen, reichen und mächtigen Familien, das ausschliesfiche Recht
der Ämterbesetzung in dieser Regierung eingeräumt. Das König-
tum bleibt vorderhand noch bestehen, ist aber nach wie vor wenig
bedeutsam, wird bald ganz beseitigt und vollständig ersetzt durch
die Herrschaft des Adels, aus dessen Reihen jährlich neun Ar-
chonten hervorgehen, welche die Regierungsgeschäfte unter sich
teilen. An die Stelle dieser aristokratischen trat dann bekannt-
lich durch Solon eine timokratische und endlich, nach kurzer
Unterbrechung durch Tyrannis, durch Kleisthenes eine demo-
kratische Verfassung. Hatte Solon noch die vier alten jonischen
Stämme in etwas respektiert, indem er bestimmte, dafs der Rat
aus 400 Mitgliedern, 100 aus jedem Stamme, bestehen soUte, so
kümmerte sich Kleisthenes in keiner Weise mehr um die alten
Traditionen, sondern teilte ganz Attika in 10 geographische
Phylen, jede solche Phyle wieder in 5 Naukrarien und jede
Naukrarie endlich in 2 Demen, so dafs also im ganzen 100 Demen
herauskommen, welche zusammen 500 Ratsmitglieder stellten, die
durchs Los gewählt wurden und einer Prüfung wie Rechenschafts-
ablage unterworfen waren gegenüber der zehnmal im Jahre zu-
sammentretenden Volksversammlung als der höchsten und letzten
Instanz. Archonten und andere Beamte besorgten daneben die
verschiedenen Verwaltungszweige und Gerichtsbarkeiten: einen
obersten Beamten der vollziehenden Gewalt gab es jedoch in
Athen nicht. — Ganz ähnlich entwickelten sich die Dinge in Rom.
Noch zur Königszeit, angeblich unter Servius Tullius, ward die 4
alte auf der Gentilverfassung basierende Guriatverfassung gestürzt
und durch die Centuriatverfassung ersetzt, nach welcher das ganze
Volk auf Grund des Vermögensbestandes in 5 Klassen eingeteilt
wurde, die wieder in 170 Centurien (80 auf die L, je 20 auf die
II.—IV. und 30 auf die V. Klasse) zerfielen, zu denen dann noch
18 Centurien Ritter, 2 Werkleute im Heere (fabri), 3 Ersatz-
männer und Spielleute (accensi, cornicines, tubicines) und 1 vom
Kriegsdienste befreite Centurie derjenigen Bürger, deren Vermögen
nicht an das der fünften Klasse heranreichte, hinzukamen. An
die Stelle der comitia curiata traten somit die comitia centuriata,
wobei jede Centurie eine Stimme besafs, und die vom Könige be-
rufen wurden, um über Vorlagen einfach mit ja oder nein abzu-
stimmen. Nach Einführung der Republik traten an die Stelle