Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
Sachen selbst entscheidenden, wichtigere für die Entscheidung der
Volksversammlung vorbereitenden Rat der Häuptlinge, der Gentil-
Vorsteher; die wirkliche Macht lag in den Händen der Volks-
versammlung, welche zugleich Gerichtsversammlung war und ge-
leitet wurde von dem Stammesvorsteher, dem Oberhäuptling oder
König, dem jedoch keineswegs irgendwelche priesterlichen Funk-
tionen zustanden, und der auch nicht einmal immer der Oberfeld-
herr war: vielmehr wurde die Anführung im Kriege oft besonderen
Heerführern übertragen. Solchen gelang es dann bisweilen,
namentlich bei aus mehreren Stämmen zusammengesetzten Völker-
schaften, den mehr oder weniger lockeren Stämmebünden, sich zu
einer Art Herrscher aufzuschwingen, eine Art Tyrannis zu be-
gründen; aber von unumschränkter Herrschaft war auch bei
diesen glücklichen Usurpatoren nicht im entferntesten die Rede.
Die auf dem Gentilverbande und der Gentilverfassung be-
ruhende weiterreichende soziale Organisation mufste jedoch in Ver-
fall geraten, je mehr die Macht einzelner Familien erstarkte und
ihr Reichtum und Einflufs zunahmen. Diesen Familien wurde
die Gens zu eng; sie fühlten sich in ihrer patriarchalischen Macht-
entfaltung durch dieselbe behindert und aufserdem jetzt stark genug,
um einen Verband entbehren zu können, der ihre Bewegungen
nur hemmte und daher eben als lästige Fessel empfunden wurde.
Dazu kam, dafs durch Kauf und Verkauf von Grundbesitz und
fortschreitende Arbeitsteilung zwischen Handel und Schifffahrt,
Ackerbau und Handwerk die Angehörigen der Gentes, Phratrien
und Stämme einer Völkerschaft durcheinander geschüttelt, dafs
infolge des immer reger werdenden Verkehrs Elemente aus einer
in die andere Völkerschaft verschlagen wurden: kurz es fand eine
innere Verwachsung und Verschmelzung mit Neuaufnahme ganz
fremder Bestandteile innerhalb der Völkerschaft statt, so dafs die-
selbe nun erst wirklich ein Volk, also ein einheitliches Ge-
bilde wurde, als dessen wahrhaft konstitutive Elemente einzig
noch die Familien übrig blieben. Es leuchtet von selbst ein, dafs
bei solcher Sachlage das bisherige Verwaltungssystem und die
bisherige Leitung der öffentlichen Angelegenheiten, auf der Gentil-
verfassung beruhend, welche die Angehörigen einer Gens, einer
Phratrie, eines Stammes als auf einem bestimmten Gebiete zu-
sammenwohnend voraussetzt, in keiner Weise mehr ausreichend
waren und heillose Konfusionen und zahlreiche Konflikte daraus
entspringen mufsten. So wird in Attika eine Neueinteilung des
gesamten Volkes in drei grofse Klassen: Eupatriden oder Adlige,