Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
waren gleichzeitig Mitglieder des Stamraes-Rates. Im Kriege folgte
jede Gens ihrem eigenen Kriegs-Anführer; ein gemeinsamer Feld-
herr fehlte zumeist: auch wenn ein besonderer Stammes-Häuptling
vorhanden war, war doch die Kriegsführung nicht ohne weiteres
ihm allein anvertraut. Vielmehr wurde eine gewisse Einheitlich-
keit des Feldzugsplanes nur dadurch hergestellt, dafs die einzelnen
Kriegsführer sich über die zu ergreifenden Mafsnahmen berieten,
eventuell unter der Leitung des Stammes-Häuptlings.
Ferner ist noch Folgendes hervorzuheben. Der Stamm trug
einen gemeinsamen Namen, den Stammes-Namen; innerhalb
des Stammes führte aber jede Gens noch ihren besonderen Namen,
den Gentil-Namen, bald nach Orten oder Ahnen, bald nach
Tieren. Dem ganzen Stamme eignete ein bestimmtes Gebiet, das
Stammes-Gebiet, von welchem jeder Gens ein gewisser An-
teil zugewiesen war. Sprache und Religion waren natürlich auch
gemeinsamer Stammesbesitz; jedoch hatten die einzelnen Gentes
ihre besonderen Heiligtümer und Begräbnisplätze und neben den
gemeinschaftlichen religiösen Stammes-Festlichkeiten noch
ihre besonderen. Ein wieweitgehendes Vormundschaftsrecht der
Gens über die Unmündigen vorhanden war, läfst sich nicht mit
Sicherheit feststellen; ein Einspruchsrecht neben dem mütterlichen
Bestimmungsrechte hat aber wohl überall bestanden, auch bezüg-
lich der Verheiratung der mannbaren Töchter. An dem beweg-
lichen Besitze der Gentil-Genossen hatte die Gens ein teil weises
Erbfolge-Recht neben dem der Kinder gegenüber Mutter
und Mutterbruder: anfangs mag das letztere ein sehr beschränktes
und das erstere ein sehr umfängliches gewesen sein; später hin-
gegen trat der umgekehrte Fall ein, bis schliefslich zur Zeit der
Paarungsehe, und als das bewegliche Eigentum bereits einen
höheren Wert repräsentierte und reichlicher vorhanden war, das
Gentil-Erbfolgerecht überhaupt so gut wie ganz illusorisch wurde.
Die Gens hatte auch gemeinsame Spiele und Tänze; in
weitem Umfange war hier und da ebenfalls die Arbeit eine ge-
meinsame : überall scheinen, als die Feldbestellung aufkam, die
Rodungsarbeiten seitens der Männer und der Ackerbau seitens
der Weiber gemeinschaftlich betrieben worden zu sein, desgleichen
wirkten alle Gentilgenossen zu gewissen Jagdarten zusammen.
Gemeinsam war sicherlich auch die kriegerische Erziehung
der männlichen Jugend; unter Umständen mag sogar Kasernierung
derselben vorgekommen sein mit gemeinsamer Speisung, wenn-
schon im ganzen und der Hauptsache nach die Ernährung und