Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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Erster Teil.
Die pädagogischen Grundbegriffe in ihrer erfahrungs-
wissenschaftlichen Ableitung.
Begriff und Möglichkeit der Erziehung.
Die erste Aufgabe einer Theorie der Erziehung ist es jeden-
falls, festzustellen, was man eigentlich unter Erziehung zu ver-
stehen habe, und zu untersuchen, ob Erziehung in dem gefundenen
Sinne auch wirklich möglich sei. Will man den Begriff der Er-
ziehung bestimmen, so mufs man das Thun der Erzieher analysieren
und zusehen, welche Folgen es für diejenigen hat, auf welche es
sich erstreckt. Das sind Menschen, welche sich in leiblicher und
geistiger Hinsicht sehr wesentlich von uns, die wir uns Erwachsene,
Reife nennen, unterscheiden. Es sind Unerwachsene, Unreife.
Körperlich sind sie schwächer als wir; in geistiger Beziehung
mangelt ihnen unsere Einsicht, geht ihnen das ab, was wir als
Charakter bezeichnen, fehlt ihnen der Sinn für das Schöne, der
Geschmack. Unter den Händen der Erzieher, unter der Einwirkung
der Erziehung auf sie geht jedoch mit ihnen eine gewaltige Ver-
änderung vor. Sie nehmen zu an Körper und Geist, werden stark,
einsichtsvoll, moralisch tüchtig, ästhetisch feinfühlig. Durch die
Erziehung machen also die Erzieher die Zöglinge sich gleich.
Durch die Erziehung werden aus unreifen reife Menschen in leib-
licher wie geistiger Hinsicht und in dieser wieder mit Bezug so-
wohl auf Intelligenz als auch auf Geschmack und Moral. Die
Erziehung ist somit die Einwirkung und zwar, da, wie
der Augenschein lehrt, das Thun der Erzieher ein voll bewufstes
und wohl überlegtes ist, die absichtliche Einwirkung der
Erwachsenen und Reifen auf die Unerwachsenen und Un-
reifen, damit diese zu jenen werden.
Bergemann, Soziale Pädagogik. 1 ■