Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 21. Die sozialen Lebenskreise in ihrer Entstehung u. Entwickelung. I53
wandten, welche keinen Versorger haben, durch die Jagd mit
Nahrungsmitteln zu versehen und das Haus aufzurichten, während
die Frau alle Hausarbeit verrichtet, kocht, näht, nach den Lampen
sieht, die Zelte und Bootüberzüge verfertigt und ausbessert, die
Felle gerbt, die jungen Hunde aufzieht, die W^ände der Schneehütte
ausfüttert und deren Boden ebnet. Codrington erzählt in seinem
Werke „The Melanesians", dafs bei den Melanesiern, einem
ackerbautreibenden Volke, dessen grofes Geschick für diese Art
der Beschäftigung allgemein anerkannt und bewundert wird, „der
betreffende Anteil der beiden Geschlechter an der Feldarbeit durch
lokale Tradition ganz genau bestimmt" ist. Und nach Everard
Im Thums Arbeit „Among the Indians of Guiana" finden
wir ein ganz besonders typisches Beispiel sexueller Arbeitsteilung
bei den Indianern von Guyana: „Die Männer jagen, fallen die
Bäume, da, wo der Cassava gepflanzt werden soll, und säubern
das Feld. Ist das geschehen, dann wird von den Weibern ge-
pflügt, gesät und alle übrige Arbeit gethan. Der Ackerbau liegt
ausschliefslich in ihren Händen", desgleichen die Töpferei, wäh-
rend die Männer als ihr spezielles Gebiet die Korbflechterei be-
trachten. Spinnen und Weben wird von beiden, Männern und
Frauen, gemeinsam betrieben. Ganz ähnliche Berichte liegen vor
von Stämmen im östlichen Zentral-Afrika nach James Macdo-
nalds „East-Central-African Customs" und von Stämmen
an der Torres-Strafse nach Haddons „Ethnography of the
Western Tribes of Torres Straits", wo es u. a. heifst: „Die
Männer fischen, kämpfen, bauen Häuser, verrichten etwas Garten-
arbeiten, machen Fischnetze, Angelhaken, Speere und fertigen den
Kopfputz, die Tanz-Masken und die anderen zu ihren verschiedenen
Zeremonien notwendigen Requisiten an. Sie vollführen alle Riten
und Tänze und thun noch ein Übriges in auf- und abstolzieren;
aufserdem backen und spinnen sie. Die Weiber kochen und be-
reiten das Mahl, verrichten die Hauptfeldarbeit, sammeln Muscheln,
spiefsen an den Küsten Fische, machen Kleider und flechten Körbe
und Matten." Hier sehen wir also die Männer bereits sich stark
an der Industrie beteiligen. Nach Macdonalds Bericht ist das bei
den Stämmen, die er beobachtet hat, noch nicht in demselben
Mafse der Fall. Er spricht nur davon, dafs die Männer das Vieh
besorgen, auf Jagd gehen und Krieg führen, viel zusammensitzen
und über öffentliche Angelegenheiten Rat halten; blofs die
Schneiderarbeit haben sie sich als ihre industrielle Domäne vorbe-
halten oder erobert. Alle sonstige Industrie und die ganze Feld-